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DEL

Schmutzige Overtime in den Medien

Kommentar zur Berichterstattung über den Fall Busch

Zu früh gefreut: Das Nachrichtenmagazin "DER SPIEGEL" hat keine redaktionelle Neuausrichtung beschlossen. Eishockey spielt auch künftig keine Rolle in der Berichterstattung des Hamburger Magazins. Der Artikel, den man am Dienstag auf der Startseite der Online-Ausgabe des SPIEGELs betrachten konnte, befasste sich nicht mit dem Sport sondern mit dem vermeintlichen "Doping-Fall" Busch. Vanity Fair lässt grüßen! Bravo, liebe Kollegen - so sieht großer Journalismus aus!

Die DEL-Saison geht in eine traurige Verlängerung. Nach der Ankündigung der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) den Fall Busch, den der DEB mit einer Verwarnung und einer Geldstrafe bereits zu den Akten gelegt hat, an die Internationale Doping Agentur in Montreal abzugeben, reißen sich die Medien - seltsamerweise vor allem jene, die sonst nicht oder nur selten über Eishockey berichten - um diese vermeintliche Story. Den Schaden hat die gesamte Sportart. Es steht zu befürchten, dass man an den Stammtischen in den Kneipen der Republik bald nicht mehr an Radsport denkt, wenn es um Doping geht, sondern an Eishockey! Dabei ist nichts passiert - wenn man sich nüchtern und dem Grundsatz "Im Zweifel für den Angeklagten" folgend, mit dem Fall befasst. Es tut in der Seele weh, jetzt in großen Medien, die sich dem "Qualitätsjournalismus" verpflichtet fühlen, solche Geschichten zu lesen.

So gesehen hat Florian Busch im März wirklich eine "Riesendummheit" begangen. Aber was einige Kollegen Journalisten daraus jetzt machen, ist eine noch viel größere Dummheit. Aber sie tun es ja wie einst Gabi, die Pfote, nur für die Quote.
Stand: 22.04.2008, 19:02 Uhr
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