Nordamerikaner schlagen Europa-Auswahl mit 9:8
Nur mäßiges Fan-Interesse beim Allstar-Game


Hannovers Patrick Köppchen (links) wird von seinem Vereinskollegen Herperger gestört. Eisbär Felski eilt Köppchen zu Hilfe. Foto: Private Press.
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Das DEL-Allstar-Game 2009 ist absolviert: 8.500 Zuschauer in der O2-World in Berlin sahen einen 9:8-Sieg der von Straubings Coach Bob Manno gecoachten Nordamerika-Auswahl gegen das Team Europa. Dabei machten die Europäer über weite Strecken des Spiels den spritzigeren Eindruck. Wenn man von «spritzig» überhaupt sprechen kann, denn sportlich bot die 11. Auflage des Allstar-Game eigentlich wenige Höhepunkte.
Dass bei einem solchen Spiel - zumal kurz vor den Play-Offs - nicht auf den Körper gespielt wird, erklärt sich quasi von selbst. Doch auch das sonstige Salz in der Eishockey-Suppe war dieses Mal eher etwas sparsam dosiert. Vor allem an Tempo und Spielfluss hätte die Partie noch etwas mehr Klasse verdient gehabt. Was dem Nachmittag in Berlin an sportlichen Höhepunkten abging, lieferte das opulente Rahmenprogramm. Neben den bekannten «skill competitions», bei denen Mirko Lüdemann zum schnellsten Skater und Richie Regehr zum härtesten Schützen gekürt wurde, gab es jede Menge Spaß. Dafür sorgte schon TV-Plappermaul Oliver Pocher, der als Assistenz-Trainer von Larry Mitchell die Europa-Auswahl anstachelte und es dabei nicht bewenden ließ. Im Mittelabschnitt begab sich der blonde Dreikäsehoch im Eisbären-Trikot auf das Spielfeld und wurde vom Schiedsrichtergespann folgerichtig mit einer zehnminütigen Disziplinarstrafe wegen unkorrekter Ausrüstung bedacht. Doch Pocher hatte nicht genug, prügelte sich angestachelt vom Publikum in der Kühlbox mit dem Nürnberger Maskottchen Pucky und mischte dann kurz vor dem Ende des zweiten Durchgangs noch fast eine Minute auf dem Eis mit. Natürlich gab es von Nordamerikas Paul Traynor auch noch einen Pferdekuss und so hatte das Event-Publikum seinen Spaß.
Doch zurück zum «echten» Sport: Die Torschützen für Europa waren Michael Wolf (6., 44.), Boris Blank (13., 31.), Herbert Vasiljevs (19.), Lasse Kopitz (24.), Thomas Greilinger (25.) und Billy Trew (34.). Im Mittelabschnitt waren die Europäer zwischenzeitlich nicht unverdient auf 7:4 davon gezogen. Die Nordamerikaner hatten ihre Schützen in Deron Quint (10.), Steve Walker (13., 23.), Scott King (17.), Paul Traynor (36.), Francois Fortier (39.), Richie Regehr (46.), Francois Methot (50.) und Jason Ulmer (55.).
Tore gab es also wie erwartet satt in der O2-World und das, obwohl alle vier aufgebotenenen Torhüter - Freddy Brathwaite und Jean-Marc Pelletier für Nordamerika und Ian Gordon und Rob Zepp für Europa - gute Paraden zeigten. Etwas bedauerlich war der Zuschauerzuspruch in Berlin. Am Tag zuvor beim Spiel der Eisbären gegen Kassel hatten noch 14.200 Fans die Stadiontore passiert, beim Allstar-Game am Samstag kamen nur noch gut halb so viele Zuschauer.
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