Eisbären-Pranke schlug spät und erbarmungslos zu
Straubing kämpfte und verlor


Keine Chance für Straubings Schnitzer (weißes Jersey). Regehr drängt den Tigers-Profi ab. Walser (links) fährt mit dem Puck davon. Foto: Private Press
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Irgendwie war es am Vorweihnachtsabend in der mit 14.000 Zuschauern wieder gut besetzten O2-World wie am Heiligen Abend kurz vor der Bescherung, wenn die Kinder mit großen Augen unter dem Tannenbaum sitzen und auf die Geschenke warten. Wann macht dieser Mann mit dem weißen Bart endlich den Sack auf und verteilt die Präsente? Die Eisbären bescherten ihren Anhang im Spiel gegen Straubing erst ganz zum Schluss. Ein Powerplaytor in der 59. Minute bedeutete das 2:1 gegen die entgeisterten Bayern. Das 3:1 fiel in der 60. Minute per "empty net".
Im ersten Abschnitt deutete sich zunächst eine Partie an, die nur von der Spannung lebt. Zwar ging es munter hin und her, doch die leichte optische Überlegenheit der Eisbären führte nicht zu Torerfolgen, obwohl mit Kapitän Steve Walker und Stürmer Daniel Weiß zwei Sturmkräfte in den Kader zurückgekehrt waren. Doch Straubing stand das ganze Spiel über diszipliniert und konzentriert seinen Mann. Mit teils überraschenden, langen Pässen in die Tiefe erspielten sich die Gäste sogar die eine oder andere gefährliche Torchance. Bis zur ersten Pause blieb es indes beim 0:0.
Auf den Wiederbeginn im Mittelabschnitt mussten die Zuschauer lange warten, da ein Computerfehler in der Lichtsteuerung eine Fortsetzung des Spiels zunächst verhinderte. Das schien die Berliner ein bisschen irritiert zu haben, denn in der 21. Minute klingelte es plötzlich wie aus heiterem Himmel im Kasten von Berlins Keeper Zepp. Mapletoft hatte eingenetzt, nachdem Kollege Morin einen Puckverlust der Eisbären-Verteidigung in der neutralen Zone zum Gegenangriff genutzt hatte. Nun nahm die Partie auf beiden Seiten Fahrt auf - und wurde unterhaltsamer. In der 32. Minute hätte es beinahe schon den Ausgleich gegeben, als Straubings exzellenter Keeper Bales einen kleinen Ausflug unternahm und nach einem unglücklichen Zusammenprall ins Straucheln kam. In der 38. Minute war es dann Friesen, der einen Pass von Ustorf direkt abnahm und das 1:1 erzielte. Schon Sekunden zuvor hatte der Ex-NHLer eine Riesenchance, fackelte aber zu lange mit dem Abschluss.
Im Schlussabschnitt änderte sich zunächst nichts am Remis. Beide Seiten waren sichtlich bemüht, nicht den entscheidenden Fehler zu machen, es deutete sich eine Verlängerung an. Doch dann geschah aus Straubinger Sicht das Unfassbare: Elfring kassierte in der 58. Minute eine Strafzeit und die Berliner standen zum Powerplay bereit. Da hämmerte Degon von der blauen Linie die Scheibe an Bales vorbei - oder sollte man sagen hindurch - in den Kasten (59.). Und der kaltschnäuzige Friesen hielt in der 60. Minute bei 5-gegen-6 nur noch seinen Schläger in einen Ustorf-Schuss und machte den 3:1-Sieg für die Berliner perfekt.
Insgesamt ging der Erfolg für den Tabellenführer letztlich auf alle Fälle in Ordnung, trotzdem hätte man den Tigers einen Punkt gegönnt - so beim Meister zu verlieren ist sicher keine schöne Bescherung!
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