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Kanada: Interview

24.05.2018, 19:11 Uhr

»Kein Vergleich zu Deutschland!«

Interview mit Dave McLlwain


Dave McLlwain.
Dave McLlwain.
Foto: Ivo Jaschick.


Dave McLlwain spielte neun Jahre für die Kölner Haie in der Deutschen Eishockey Liga (DEL). In Toronto hatte Ivo Jaschick die Gelegenheit, sich mit diesem großartigen Sportler zu unterhalten.

Am 9. Juni 1967 in Seaforth, im kanadischen Ontario geboren stieg Dave  direkt in die Fußstapfen seines Vaters Jack McLlwain. Er stürmte auf der Center-Position in der Ontario Hockey League, als die NHL-Scouts dank seiner bravurösen Leistung direkt auf ihn aufmerksam wurden. 1986 wurde er von Pittsburgh gedraftet und brachte bei seinen 521 NHL-Einsätzen auf 100 Tore, sowie 109 Vorlagen. Danach führte ihn sein Weg in die Eisstadien jenseits des Atlantiks, nach Deutschland. Nach einem Jahr in Landshut führte ihn sein Weg zum SC Bern in die Schweiz.

Nach zwei Jahren bei den Eidgenossen wurde er für neun Jahre ein Hai und Köln wurde zu seiner zweiten Heimat. Als er 2009 einen Schlussstrich unter seine große Karriere zog, waren es sehr viele, die ihrem "Mac" oder "Captain" mehrere Tränen nachweinten. Mit ihm ging einer der ganz Großen des Kölner Sports (2007 – Kölns Sportler des Jahres) und seine Erfolge für die Haie können sich sehen lassen – 2002: Deutscher Meister; 2004: Deutscher Pokalsieger; DEL-Topscorer: 2006 & 2007; All-Star-Game Teilnehmer: 2003, 04, 05, 06, 07 und 09! Bei all diesen Erfolgen scheint es nur eine Frage der Zeit, wann seine "71" unter das Dach der Kölner Lanxess-Arena gezogen wird.

Dave McLlwain, Sie haben einen Großteil Ihrer Karriere in der DEL bei den Haien verbracht, genauer gesagt neun Jahre – was können Sie über diese Zeit sagen?

Ich habe an meine Kölner Jahre natürlich (fast) nur gute, beste Erinnerungen. Vielleicht war nicht jedes Spiel, jede Saison hervorragend, aber es war halt immer ein Prozess. Die Fans standen immer hinter uns, egal, ob wir mal eine nicht so gute Phase durchlebten. Die waren großartig, so etwas hatte ich sonst nirgends erlebt – klar, wenn wir verloren haben, waren sie schon geknickt, was durchaus nachvollziehbar ist! Aber sie halfen uns aus diesen Talsohlen mit ihren Anfeuerungen, Gesängen wieder hinaus. Man sollte immer bedenken, es ist eine lange Saison und da kann es schon mal vorkommen, dass es nicht so läuft, wie es laufen sollte! Eishockey ist schon ein sehr komplexes, manchmal schwieriges Spiel – als Spieler gehst du aufs Eis, versuchst dein Bestmögliches zu geben, mehr kannst du nicht machen!

2016 kehrten Sie an den Ort zurück, der Ihnen so viel bedeutet – nach Köln in die Lanxxess-Arena zum Abschiedsspiel Ihres langjährigen Mannschaftskameraden Mirko Lüdemann!

Es war für mich eine große Ehre bei diesem nicht alltäglichen Ereignis dabei sein zu dürfen. Wenn es einer verdient hat, dann ist es Lüde! Es war für mich ganz toll, wieder zurück zu sein und in dieser tollen Arena und mit all den anderen ehemaligen Weggefährten von Lüde auflaufen und spielen zu dürfen! Es war schon großartig zu sehen, was für eine Unterstützung und Begeisterung durch die Fans dieser große Sportsmann bekommen hat! Für mich war es auch fantastisch zurück an dem Ort zu sein, an dem ich die größten sportlichen Erfolge gefeiert habe. Ich finde, wir müssten das zu einem jährlichen Ereignis machen!

Können Sie mal einen Vergleich zwischen der Fankultur in Europa und Nordamerika ziehen?

Leute, auch Spieler, die nach Europa, hier aber speziell auch Deutschland, die das erste Mal ein Match dort sehen, sind geradezu überwältigt, was dort abläuft. Das Singen, das Tanzen, das Hüpfen – es ist eine ganz spezielle Atmosphäre! Hier in Toronto hat sich auch schon einiges getan, oder in Chicago’s >Madhouse<, da fühlt man sich schon wie im Dschungel, aber es ist überhaupt kein Vergleich zu Deutschland! 

In welchem Verhältnis stehen Sie jetzt zum Eishockey?

Ich gehe noch mindestens einmal die Woche mit den Toronto Alumnis, den „alten Herren“ aufs Eis, bestreite also auch aktiv noch ein paar Spiele, schaue mir, wenn die Zeit es zulässt, Maple Leaf Spiele an. Auch telefonisch informiere ich mich hier und dort nach einigen Spielern! So halte ich mich immer auf dem Laufenden.

Wären Sie nicht die ideale Person, mit eigener Europa-Erfahrung, um hier in Toronto, vielleicht auch in Ontario, nach Spielern zu suchen, die in Europa, auf der größeren Eisfläche besser zu Recht kämen?

Ich denke, es sind immer zwei, drei Spieler, nach denen die Klubs suchen, die in ihr Spiel, ihr Gefüge passen. Ich gehe zu vielen Leafs Partien – aber Toronto ist ein Eishockey-Mekka! Mit den Marlies gibt es hier ein AHL-Team und im näheren und weiteren Umkreis auch viele Junioren-Mannschaften. Da sind schon einige großartige Spieler bei. Um einen zu finden, der eventuell besser auf der größeren europäischen Eisfläche zu Recht käme und in ein bestimmtes Team passen könnte, gibt es hier eine große Auswahl. Neben seinen Eishockey-Fähigkeiten sollte man aber auch auf seine Persönlichkeit und Einstellung Wert legen. Doch jeder muss respektieren, dass es in Europa nicht einfacher ist, man muss genauso hart arbeiten. In Köln beispielsweise wären andere Eigenschaften gefragt, als an einem anderen Ort. Und um diese zu erfahren, müsste ich dann noch ein paar Anrufe mit Freunden und Kollegen tätigen.

Ja, Ihr Vorteil ist ja auch, dass Sie hier ein großes, gut funktionierendes Netzwerk haben! Wie sieht es aus, verfolgen Sie noch das Geschehen in der DEL – speziell in Köln?

Ja klar! Ich gehe fast täglich auf die Haie Website und informiere mich auch von dem restlichen Geschehen in der DEL. Mein Herz hat immer für meine Haie geschlagen und deswegen hoffe ich auch immer das Beste für mein Team. Selbstverständlich weiß ich auch um die Sehnsucht der Fans nach einer weiteren Meisterschaft! Hoffentlich sind alle Mosaiksteinchen am richtigen Platz – die Fans, der Verein, die Fans – alle hätten es verdient!

Die letzte Meisterschaft Ihrer Kölner war 2002 und Sie waren dabei!

Es kommt mir vor, als wäre es vor fünf Jahren gewesen! Aber wenn ich nachrechne, sind es 15 Jahre – unwahrscheinlich, wo die Zeit geblieben ist! Soweit ich mich erinnere, haben wir noch ein-, zweimal die Finalspiele erreicht, aber leider hat es nicht mehr gereicht. Es waren aber aufregende Zeiten, die tolle Erinnerungen zurückgelassen haben! Ich, wir sind ja in jede Saison gestartet mit dem Ziel die Meisterschaft zu holen – jede Saison aufs Neue! Leider kann nur ein Team den Titel gewinnen. Man braucht schon etwas Glück, da ja auch noch einige andere Titelaspiranten da sind. Ein sehr wichtiger Bestandteil auf dem Weg zum Titel ist die Gesundheit des Teams. Bleibt man als Mannschaft gesund, zusammen, ist schon mal ein wichtiger Aspekt erfüllt!

Jetzt noch zur NHL – die ‚Golden Knights‘ sind das Überraschungsteam schlechthin!

Ja, sie hatte wohl kaum einer dort erwartet, wo sie jetzt stehen – im Finale! Aber sie sind das beste Beispiel dafür, was erreicht werden kann, wenn Spieler und Trainer perfekt zusammenpassen – dann ist alles möglich! (Gerard) Gallant {Coach} und natürlich (George) McPhee {GM} haben es verstanden, eine tolle Truppe zu formen, die das Spiel sehr schnell und attraktiv macht! 

Und die Washington Capitals stehen zum zweiten Mal im Finale! Wie heißt der Champion 2018?

Ich denke, Washington wird es machen! 

Vielen Dank für dieses nette Gespräch! Liegt Ihnen noch irgendetwas auf dem Herzen?

Nein! Aber es ist immer wieder sehr schön, in Erinnerungen an die fantastische aktive Eishockeyzeit zu schwelgen! Einen Großteil meiner Karriere habe ich in Europa, den größten in Deutschland, in Köln verbracht. Neun Jahre haben sie mich in Köln ertragen und dadurch ist die Stadt, der Verein mein zweites Zuhause geworden. Die letzten Jahre bin ich jeweils einmal in meine Wahlheimat zurückgekommen. Dies habe ich mir auch zukünftig vorgenommen - Freunde und wenn es geht auch Spiele besuchen! Im Januar wäre ja das "Outdoor Game" im FC-Stadion wieder ein Anlass!


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Gast 25.06.2018 17:28 Uhr


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Kommentare (1)
jaschin828 24.05.2018, 20:35 Uhr

Für mich gibt es kaum einen Spieler in der DEL, der einen als
gegnerischen Fan derart "genervt" hat (gefühlt hat der irgendwie
immer getroffen) und der einem soviel Respekt abgenötigt hat!! Ein
echt "...
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