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Iserlohn Roosters

Ein kleines Team kommt groß raus

Iserlohn schleicht sich an die DEL-Spitze heran

So klein wie es immer behauptet wird, ist Iserlohn im Sauerland gar nicht. Immerhin zählen die Stadt und der dazugehörige Speckgürtel rund hunderttausend Einwohner. Kürzlich war sogar Ex-US-Präsident Clinton als Gastredner auf einem Wirtschaftsforum in der Stadt. Ungeachtet dessen gelten die Iserlohn Roosters immer noch als einer der "Dorfclubs" der DEL und ab und an können sich die "Hähnchen" auch den spöttischen Sprüchen der Fans aus DEL-Großstädten wie Köln oder Düsseldorf nicht erwehren. Doch nun sind die Spötter und Kritiker verstummt, vielen Beobachtern bleibt beim Blick auf die Tabelle der Mund offen stehen: Die mit einem vergleichsweise kleinen Budget operierenden Roosters haben sich mit dem dritten "Sechser-Wochenende" in dieser Saison auf den dritten Rang gehievt.

Nun fragt man sich: Wozu sind die Iserlohner in diesem Jahr noch fähig? Man darf dem Club wohl einiges zutrauen. Dafür sprechen gerade die engen und nervenaufreibenden Spiele wie zuletzt das knapp gewonnene Heimspiel gegen Straubing am Sonntag. Der Aufsteiger hat den Roosters bis zuletzt das Leben schwer gemacht und zeigte gegenüber den zuletzt oft desolaten eigenen Vorstellungen dieses Mal eine würdige Leistung. Aber am Ende gingen eben doch die Roosters als Sieger vom Eis und viele meinen nun, das liegt an der neu gewonnenen Routine und Cleverness unter Trainer Geoff Ward.

In der Tat gewinnen die Sauerländer heute Spiele, die man vor zwei Jahren noch todsicher verloren hätte. Damals wuchs man im Rooster-Dress auch schon ab und an mal über sich hinaus und landete dann einen hohen Sieg gegen einen vermeintlichen Favoriten. Doch das blieben Einzelfälle. Heute werden knappe Spiele in Serie gewonnen. Eine gezielte, maßvolle und kluge Einkaufspolitik hat den Kader Play-Off-tauglich gemacht. Zudem reifen jüngere Spieler wie die zum erweiterten Nationalteam zählenden Kotschnew oder Wolf zu Führungsspielern - ein enorm wichtiger Mosaikstein im Erfolgs-Puzzle Iserlohn. Jetzt geht es nur darum, das Schiff auf Kurs zu halten. Die Saison ist bekanntlich noch lang und so ist man in der sportlichen Führung der Roosters auch gar nicht böse, dass der Aufstieg des Clubs momentan noch weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit stattfindet. Nimmt man nur mal das jüngste Heimspiel der Roosters als Beispiel: Lediglich gut 2.500 Zuschauer, die gekommen waren, versprachen sich vom Duell gegen Aufsteiger Straubing einen gelungenen Eishockey-Abend. Immerhin winkte ja Rang drei - da fragt man sich doch, wo die restlichen Fans geblieben sind. Aber wie gesagt, man registriert das im Verein offenbar nicht nur mit einem weinenden Auge. Denn die Tatsache, dass die Roosters das am schwersten auszurechnende DEL-Team sind, kann ja fraglos als strategischer Vorteil gewertet werden.

Nun werden die nächsten Wochen zeigen, wozu die Roosters noch fähig sind. Vielleicht kommt ja Bill Clinton dann irgendwann auch mal zum Eishockey nach Iserlohn.
Stand: 23.10.2006, 20:52 Uhr
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10.06.2026 23:28 Uhr


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