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Eisbären Berlin

Die Pause tat nicht gut

Eisbären quälen sich gegen Nürnberg zum 3:2 n.P.

Wenn ein Spiel nicht schön anzusehen ist, müssen im Eishockey manchmal andere Umstände dazu beitragen, dass es die Zuschauer an ihren Sesseln fesselt. Was die 14.200 Fans in der erneut ausverkauften O2-World an diesem Freitagabend fesselte, war eindeutig die spannende Schlussphase. Die Eisbären haben gegen die Sinupret Ice Tigers am Ende immerhin mit 3:2 nach Penaltyschießen die Oberhand behalten. Doch das überirdische Spiel der Berliner, was man in der Champions League gegen Oulu sah, hat die neuntägige Pause nicht überlebt.

Zerfahren und mit vielen Stockfehlern durchsetzt - so präsentierten sich die Berliner ihrem erwartungsfrohen Publikum. Ein schwacher Trost war es da, dass auch die Gäste aus Nürnberg eher rustikale fränkische Hausmannskost servierten, anstatt filigrane Hockey-Künste zu zeigen. So war das erste Drittel insgesamt wirklich nicht schön anzuschauen. Einzige Ausnahme: Das Powerplay der Eisbären funktionierte bestens. In der 5. Spielminute schoss Denis Pederson trocken vom Bullykreis gegen Nürnbergs Keeper Ehelechner ein und es stand 1:0. Eine ähnliche Situation in Überzahl führte in der 8. Minute zum 2:0, als Denis Pederson seinen Kapitän Steve Walker frei stehen sah und der das 2:0 markierte. Leider blieb es bei diesem komfortablen Spielstand nicht, denn in der 20. Spielminute gelang dem früheren Eisbären Florian Keller quasi aus dem Nichts der Anschlusstreffer. Eine scharfe Hereingabe musste Keller nur noch in die Maschen abtropfen lassen.

Auch im Mittelabschnitt wurde das Spiel nicht wesentlich besser. Gerade bei 5-gegen-5 war die Pausenanimation auf dem Videowürfel der bessere Zeitvertreib. Ein Raunen ging allerdings durch die Halle, als McIlvane in der 29. Minute bei einem Break in Unterzahl den Pfosten traf.

Fast hatte man dann das, was im letzten Drittel passierte, kommen sehen. In der 55. Spielminute waren die Ice Tigers mit einem Mann mehr auf dem Eis, als Andre Savage den für die Gäste doch etwas glücklicken 2:2-Ausgleichstreffer markierte. Was bis zur Schlusssirene folgte, war ein wildes Anrennen der Hausherren gegen den Kasten von Ehelechner. Aber selbst eine 5-gegen-3 Situation gereichte dem DEL-Titelverteidiger nicht mehr zum Erfolg. Auch als Schiedsrichter Sicorschi in der 60. Minute nach einem Getümmel vor dem Gäste-Tor zum Videobeweis schritt, blieb der Torschrei aus. In der Verlängerung war die Partie dank weiterer Strafen, die sich die Nürnberger fingen, eine klare Angelegenheit für Berlin. Allerdings nur von den Spielanteilen - nicht vom Ergebnis. Mit viel Herz verteidigten die Franken ihr Gehäuse und Goalie Ehelechner verdiente sich in dieser Phase ein dickes Extralob. Im Penaltyschießen zogen die Ice Tigers dann allerdings den Kürzeren und Berlin holte durch Sven Felskis Treffer den letztlich verdienten Zusatzpunkt.

Gäste-Coach Andreas Brockmann zog in der anschließenden Pressekonferenz seinen Hut vor der Mannschaft, die - trotzdem nur drei Sturmreihen aufgeboten werden konnten - gut mitgehalten hätten mit der besten Mannschaft der Liga. Doch einen Seitenhieb auf die kleinliche Linie des Schiedsrichters Ulpi Sicorschi konnte sich Brockmann nicht verkneifen: "Man soll ja normalerweise nicht über die Schiedsrichter sprechen, aber das man zum Spielende dauernd Unterzahl spielen muss, ist schon etwas komisch."

In diesem Punkt pflichtete auch Eisbären-Trainer Don Jackson bei, der süffisant kommentierte: "Im letzten Drittel wollte der Schiedsrichter das Spiel wohl an sich reißen und es dadurch interessanter machen." Ansonsten zeigte sich Jackson nicht unzufrieden mit dem Team und hob das effektive Powerplay im ersten Drittel hervor. Allerdings räumte er auch ein: "Wir waren heute nicht so sicher an der Scheibe."
Stand: 17.10.2008, 22:01 Uhr
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