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Nationalmannschaft

Koellikers "Mission Impossible"

Kommentar zur Trennung vom Bundestrainer

Kommentar "Er hatte eine schwere Aufgabe", räumte DEB-Vizepräsident Hüttl vor dem Hintergrund der Trennung von Bundestrainer Jakob Koelliker ein. Richtig ist wohl eher, dass er eine unlösbare Aufgabe hatte. Von Anfang an war die kurze Amtszeit des Schweizers von Widrigkeiten und Hürden geprägt, die er am Ende einfach nicht überspringen konnte. Man hätte "Köbi" besseres gewünscht - das gilt auch für seinen Abgang.

Die Partnerschaft des Deutschen Eishockey Bundes (DEB) mit dem früheren Co-Trainer der Schweizer Nationalmannschaft fing schon nicht gut an. Wochenlang hatte es nach dem Rückzug des damaligen Bundestrainers Uwe Krupp Gerüchte um eine Verpflichtung des Erfolgstrainers Ralph Krueger gegeben, der bekanntermaßen einst Koellikers Chef hinter der Schweizer Bande war. So mutmaßten dann einige Beobachter und Journalisten auch schnell, die Personalie Koelliker sei nur eine Art Platzhalter, bis Kruegers Engagement in Übersee in diesem Frühjahr beendet sei. Wo solche Spekulationen kursieren, scheint schon damals nicht allzu viel Wertschätzung gewesen zu sein. Das Wort "Notlösung" hat zwar niemand in den Mund genommen, es war aber wohl in den Köpfen vorhanden. Allerdings hat Koelliker dann mit seinem authentischen Umgang gerade mit den Medien ("Nennen Sie mich 'Köbi'") seinerseits punkten können. Und nach ersten hoffnungsvollen Ergebnissen mit dem Team schien der Schweizer zwischenzeitlich sogar in die großen Schuhe von Uwe Krupp hineingewachsen zu sein. Der negative Wendepunkt kam dann mit der WM, die - so jedenfalls das Fazit vieler Experten - unrühmlich verlief. Insbesondere die Höhe gewisser Niederlagen stieß dem einen oder anderen sauer auf. Doch nüchtern betrachtet muss man sich doch fragen, welchen konkreten Anteil die Arbeit Koellikers daran nach nur wenigen Monaten Amtszeit eigentlich genau haben kann? Und vergessen werden sollte auch nicht, dass die Ergebnisse des DEB-Teams am Ende durchaus im Bereich des reellen Leistungsvermögens liegen, wenngleich zugegeben auch das Viertelfinale wünschens- und erreichenswert gewesen ist. Aber ist das DEB-Team abgestiegen? Nein. Hat es durchweg enttäuscht? Nein.

Das aber war am Ende wohl auch gar nicht so wichtig. Die von Anfang an vorhandenen kritischen Stimmen gegenüber Koelliker wurden mit der jüngsten WM nur wieder erweckt. Und gerade bei den DEL-Clubs ist die Unzufriedenheit schnell wieder gewachsen, so dass der DEB wohl nicht anders handeln konnte als er es jetzt getan hat. Traurig ist allerdings wieder das Timing. Die offenbar gefallene Entscheidung war bereits in die Medien vorgedrungen, so dass der DEB am Dienstag nur noch etwas bestätigen konnte, was ohnehin klar war. Selbst die zwischenzeitlich diskutierte "Sportdirektor-Lösung" kam für den DEB offenbar nicht mehr in Frage. Schade ist das Ende der kurzen Ära Koelliker allemal. Man hätte dem Schweizer mehr Zeit zur Umsetzung seiner Ideen gewünscht. Denn die sind in der Fachwelt anerkannt. Zumindest in der Schweiz, wo man dem Vernehmen nach ein bisschen was versteht vom Eishockey.
Stand: 03.07.2012, 16:57 Uhr
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Gast
11.06.2026 02:38 Uhr


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Kommentare (2)
03.07.2012, 22:13 Uhr
Wolfgang (Gast)
Wünsche Köbi Kölliker auch alles erdenklich Gute. Schade das Ralph Krüger, der Feldkircher Eishockey-Gott, nicht mehr verfügbar ist. An die Bande gehört nun eine anerkannte Autorität. Da fällt mir eigentlich nur der "Lange" ein.
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03.07.2012, 19:40 Uhr
düsselhenry
Im Machtkampf hinter den Kulissen hat man ihm nicht nur hohe Hürden in den Weg gestellt, sondern auch noch Knüppel zwischen die Beine geworfen. Unterstützung von den Vereinen konnte er auch nicht erwarten - und einige Spieler waren auch mit stumpfen Schlittschuhen auf dem Eis. Außerdem ist der Verba...
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