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Füchse Duisburg

"Zwei-Klassen-Liga" statt "geschlossener Gesellschaft"

Kommentar zur Krise bei den Duisburger Füchsen

Schon einen knappen Monat vor Halloween schockt Duisburg die Eishockey-Szene: Zunächst terrorisierte man beim 2:11 gegen Köln am vergangenen Wochenende die eigenen Fans und nun erschreckt Hauptsponsor und Vereinsboss Pape die ganze Liga mit seinem angekündigten Rückzug zum Saisonende. Was bedeutet das für Duisburg? Und was für die DEL? Eine kritische Analyse.
  Freitag, 06.10.2006, 18:31 Uhr


Duisburg droht nach derzeitiger Lage der Dinge ernsthaft das Ende im Eishockey-Oberhaus. Das ist bitter und traurig. Schlimmer jedoch: Die DEL hat in ihrer herbeigeredeten "geschlossenen Gesellschaft" nun ein faules Ei zu liegen. Statt der feinen Elite, der mit dem abgeschafften Abstieg "Investitionssicherheit" geboten werden sollte, gibt es in der Liga eine Zwei-Klassen-Gesellschaft: Oben sind die Top-Clubs mit den Super-Arenen und unten die Vereine ohne Rückhalt im Umfeld, ohne moderne Halle, abhängig von einzelnen potenten Geldgebern.

Man könnte auch sagen, die DEL hat mit ihrer Abschottungspolitik rein gar nichts erreicht. Der Teufel ist nicht aus dem Haus verbannt, sondern tanzt im Hausflur munter weiter und zieht hässliche Fratzen.

Eines ist allerdings auch klar: Die aktuelle Krise hat mit der Lizenzierung im Sommer vordergründig nichts zu tun, damals war der Etat, den Hauptgesellschafter Pape in Duisburg zu großen Teilen allein erbringt, offenbar wasserdicht. Doch in und um Duisburg rumort es ja nicht erst seit gestern. Nach dem mit Ach und Krach überstandenen ersten Jahr gab es im Sommer Transfereskapaden und zu Saisonbeginn gähnende Leere in der Scania-Arena. Der Ausstieg der Pape-Familie kam also mit Vorabtelegramm.

Gut, und nun? Da mag man in Köln bei der DEL abwiegeln und darauf verweisen, dass eine durch Duisburg frei werdende DEL-Lizenz schon wieder an den Mann gebracht werden würde. Richtig. Und an wen? An ein zweites Duisburg?

Die geschlossene, einzig an wirtschaftlichen Kriterien orientierte Eliteliga ist eine Illusion, die in der Praxis nicht funktioniert. So sarkastisch es klingen mag: Für das Aufzeigen dieses Faktes muss man Duisburg dankbar sein. Auch wenn wir natürlich mit den Duisburger Fans auf eine positive Wende hoffen.
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11.09.2026 10:16 Uhr

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