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Fischtown Pinguins

Pinguine brechen gegen Tabellenführer ein

4:6 Heimniederlage gegen Dresden

Bremerhaven (ol). Die Fans haben sich köstlich amüsiert ? zwei Drittel lang. Die Trainer waren von Anfang an nicht zufrieden. Sie hatten gewusst, was am Ende kommen würde: Der Eishockey-Zweitligist REV Bremerhaven hat gestern Abend vor 1790 Zuschauern im Eisstadion gegen Tabellenführer Eislöwen Dres den mit 4:6 (1:1, 3:2, 0:3) verloren.

Schuld an der Niederlage war vor allem eine Schwächephase der Pinguine zu Beginn des letzten Drittels, die die Eislöwen zu den Siegtreffern nutzen. REV-Trainer Igor Pavlov sah das anders. ?Wir waren über die gesamten 60 Minuten nicht diszipliniert genug, wir haben alle Zweikämpfe verloren, wir waren zu locker und zu offen in der Defensive und es war auch kein gute Spiel von Torhüter Greg Gardner?, wetterte er und fügte hinzu. ?Das 1:10 in Landshut war noch in den Köpfen. Mit 16 Gegentoren in zwei Spiele kann man nirgendwo gewinnen. Jetzt wird es ganz schwer für uns. Am Sonntag in Schwenningen werden wir total defensiv spielen.?

Schüsse zu harmlos
So trat Dresden gestern Abend in Bremerhaven nicht auf. Im Gegenteil, mit der breiten Brust des Tabellenführers waren die Eislöwen vom ersten Bully an offensiv und prüften REV-Keeper Gardner. Nach fünf Minuten hatten aber die Pinguine Vorteile, als sie in Überzahl spielen durften. Aber ihre Schüsse gegen Dresdens Ausnahmetorhüter Mastic waren insgesamt zu harmlos.

Dresden zeigte wie es geht: Gardner musste nach acht Minuten seine ganze Klasse zeigen, als Musial nach einem Konter ganz allein vor ihm auftauchte.

Dann wurde es kurios: Erst musste Hemmes wegen Beinstellens auf die Strafbank, dann kurz darauf der Dresdener Hoffmann wegen einer ?Schwalbe?. Diese Strafe war sehr umstritten. Aber das interessierte Beslagic nicht, er hämmerte einen wundervollen Schlagschuss zum 1:0 ins Netz (12.). Zurück blieb ein machtloser Magier Mastic.

Nach dieser Szene entschied Schiedsrichter van Gameren (Berlin), dass es ihm auf dem Eis nicht bunt genug sei. Zum zweiten Drittel mussten die Trikots getauscht werden, weil sie zu ähnlich waren.

Vorher gab es aber noch den verdienten Ausgleich. Dresden hatte hervorragend in Überzahl gespielt, der REV war gerade komplett, da gab es einen Aussetzer in der REV-Deckung und Sikora sandte zum 1:1 ein (20.).

Mit den babyblauen Warmlauftrikots kehrten die REV-Bubis ins zweite Drittel zurück, aber sie spielten wie echte Männer. Der Paradesturm schlug zu. Cullen erzielte nach Vorarbeit von Streu und Del Monte das 2:1 (21.). Sekunden später zeigten die Eislöwen, warum sie Tabellenführer waren. Erschreckend leicht marschierten sie durch die REV-Deckung, die tatenlos zuschaute, und glichen erneut aus. Das schockte den REV nicht. Die Pinguine legten zu, setzten immer wieder nach und schafften das 3:2. Torschütze war Topscorer Krestan. Eislöwen-Torhüter Mastic, der mit einem Gegentorschnitt von 1,17 zum REV gereist war, hatte sich nach 25 Minuten schon drei Tore eingefangen.

Das gleiche galt nur zwei Minuten später für Gardner. Der REV fing sich in Überzahl einen Konter ein und der Bremerhavener Goalie ließ einen haltbaren Weitschuss durch. Es war aber Tag des offenen Tores und so fälschte Wycisk einen Schuss von Reid zum 4:3 ab (30.). Mastic verhagelte sich seine Statistik immer mehr. Beim REV war deutlich zu sehen, wie wichtig Streu ist. Mit seinem Comeback war nicht mehr nur Kampf Trumpf, sondern spielerisch waren die Pinguine gleich eine ganze Klasse besser. Nach 40 Minuten hätte der REV aber höher führen müssen. Dann aber verloren die Pinguine im Schlussdrittel komplett ihre Linie. Sie wirkten verschlafen in der Abwehr und auch nach vorn lief nicht mehr viel zusammen. So wird der REV zur Schießbude. Dresden sorgte mit zwei schnellen Treffern für die erstmalige Führung., Als zuletzt Gardner aus seinem Kasten ging, ging sein Team mit einem ?empty net goal? endgültig baden.
Stand: 08.10.2005, 14:28 Uhr
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