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NHL

"Junge Spieler brauchen Eiszeit"

Toronto-Scout Peter Ihnacak im Gespräch

Er gehört zu den Stars vergangener Tage: Peter Ihnacak. Der 51jährige Slowake spielte fünf Jahre für Krefeld in Deutschlands höchster Liga, war zudem zwei Jahre in Freiburg und eine Spielzeit in München als Spieler aktiv. Zudem war Ihnacak in Nürnberg Cheftrainer (
✎  Samstag, 18.10.2008, 02:52 Uhr
1998 - 2000), führte die Ice Tigers 1999 zur Vize-Meisterschaft. In der NHL absolvierte Ihnacak 417 NHL-Spiele für die Toronto Maple Leafs. Seit vier Jahren ist der ehemalige Stürmer nun für das NHL-Team aus Toronto als Europa-Scout tätig. Eishockey.Info-Redakteur Michael Sender traf sich mit dem Altstar zu einem kurzen Gespräch.

Herr Ihnacak, wie geht es ihnen?

Peter Ihnacak: Danke der Nachfrage, mir geht es sehr gut. Ich fühle mich sehr wohl in Deutschland (Ihnacak wohnt in Krefeld, Anm. d. Red.).

Schön zu hören. Sie beobachten Spieler in der DEL. Welche DEL-Profis kommen für die NHL in Frage?

Ihnacak: Ich beobachte insbesondere die jungen deutschen Spieler. U18- und U20-Nationalspieler sind interessant für die Toronto Maple Leafs. Wir haben unter anderem Korbinian Holzer (Verteidiger der DEG Metro Stars, Anm. d. Red.) im Auge. Holzer haben wir bereits gedraftet, aber in Deutschland gibt es noch viele andere Talente.

Können sie Namen nennen?

Ihnacak: Es gibt einige Spieler, die interessant sind. Nehmen wir z.B. Frankfurts Thomas Oppenheimer (Stürmer d. Frankfurt Lions, Anm. d. Red.). Er ist ein technisch guter Spieler, zeigt Kämpferherz und hat natürlich das gewisse Talent. Aber um in die NHL zu kommen braucht es mehr. Oppenheimer muss läuferisch zulegen, um ein höheres Level zu erreichen. Auch Simon Danner (ebenfalls Stürmer der Frankfurt Lions, Anm. d. Red.) muss in diesem Bereich zulegen. Uns interessieren vor allem Spieler, die in der kommenden Saison ohne Vertrag sind, also "Free Agents". Auch ein Patrick Hager (Krefeld Pinguine, AdR) ist sehr interessant.

Was würden sie jungen deutschen Spielern empfehlen, um den Sprung in die NHL zu schaffen?

Ihnacak: Nun, es ist wichtig viel Eiszeit zu sammeln. Es gibt Spieler wie z.B. Jerome Flaake (seit dieser Saison bei den Kölner Haien, AdR), die es erstmal in der DEL schaffen wollen. Aber vor allem in den jungen Jahren ist es sehr wichtig viel Eiszeit zu kriegen. Es reicht einfach nicht nur drei oder vier mal pro Drittel aufs Eis zu kommen. In den amerikanischen Juniorenligen gibt es wesentlich mehr Eiszeit. Dadurch erhalten die jungen Spieler eine bessere Ausbildung. Sie spielen auch oft Über- und Unterzahl. Das ist wichtig.

Das deutsche Eishockey klagt über mangelnde Zuschauerresonanz. Was würden sie in der DEL verbessern?

Ihnacak: Ich habe mit Fans gesprochen. Es gibt viele, die sagen, dass die neuen großen Arenen Schuld sind. Die Stimmung in den Hallen ist nicht mehr so, wie sie mal war. Aber in den alten Hallen wird häufig der fehlende Komfort beklagt. Es muss ein Mittelweg gefunden werden. Prinzipiell denke ich, dass die Zuschauer sich auf den Sport konzentrieren sollten. In Deutschland wird sehr gutes Eishockey geboten.

Und was sagen sie über die oft beklagten Schiedsrichterleistungen?

Ihnacak: Die Regelungen werden immer besser. Die technischen Foulsmüssen untersagt werden. Ich war jetzt ein Monat in Kanada. In der NHL wird sauberes Eishockey gespielt, dort haken und halten die Spieler kaum noch. Daran müssen sich die Profis auch hier gewöhnen, dann wird das Spiel noch besser. Die Schiedsrichter in Deutschland müssen eine klare Linie finden, damit zuschauer und Verantwortliche ihre Entscheidungen nachvollziehen können.

Danke, Herr Ihnacak, dass sie sich die Zeit genommen haben.
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