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NHL 07.12.2006, 13:31

NHL: Heiß geliebt oder eiskalt vergessen?

Ein offener Brief an Spiegel Online

Lieber Herr Pox! So sehr wir uns freuen, dass Sie in Ihrer renommierten Kolumne zum US-Sport bei Spiegel Online endlich auch einmal über die NHL berichten, so energisch müssen wir uns auch von ihrer einseitigen Sichtweise distanzieren. Es ist schlicht unzutreffend, wenn Sie behaupten, die NHL sei "weitestgehend eine vergessene Liga". Bei der vorgetragenen Einschätzung berufen Sie sich auf überwiegend bekannte Fakten und reißen diese teilweise aus einem Gesamtzusammenhang. Da müssen wir Ihnen, lieber Kollege, widersprechen.

Dilemma Fernseh-Reichweite

Es ist richtig, wenn Sie die unbefriedigende Präsenz der Liga im US-Fernsehen anschneiden. Nur ist dies weder eine aufregende Neuigkeit, noch ein Beleg dafür, dass die Liga insgesamt "vergessen" ist. Das Gegenargument dafür liefern Sie in Ihrem Artikel ja gleich mit: die Zuschauerzahlen. Wie können denn bitteschön in einer angeblich "vergessenen Liga" noch dazu nach einem Jahr Streikpause Rekordbesucherzahlen eingefahren werden? Das Fernsehen ist hier nur ein Aspekt im großen Marketing-Puzzle. Ohne Frage handelt es sich um ein wichtiges Teil dieses Puzzles, jedoch greift der Blick auf den US-Fernsehmarkt zu kurz. Im Eishockey-Mutterland Kanada ist die Präsenz bei den Anstalten anhaltend gut, in den europäischen Eishockey-Hochburgen Skandinaviens und Osteuropas sieht es nicht viel anders aus. Weltweit betrachtet ist die Popularität und Aufmerksamkeit die NHL betreffend in den letzten Jahren sogar gewachsen - was nicht zuletzt auch an der wachsenden Schar von auffälligen europäischen Nachwuchstalenten liegt, die Sie selbst in ihrem Artikel erwähnt haben.

Widerspruch? Eishockey in den Sonnenstaaten

Etwas skurril mutet auch Ihre putzige Einleitung im Artikel über den finnischen Star der Anaheim Ducks an. Anhand einer nicht minder skurrilen Aussage eben jenes Teemu Selänne's machen Sie die mangelnde Aufmerksamkeit für Eishockey im sonnigen Süden der USA fest. Im Endeffekt ist das Gegenteil zutreffend! In den vergangenen Jahren ist der NHL vielerorts die Expansion in die US-Südstaaten gelungen. Dass man hier nicht aus dem Stand Fuß fassen kann, ist vollkommen klar. Gerade die von Ihnen erwähnten Anaheim Ducks sind noch ein sehr junges NHL-Team. Weitere Beispiele gibt es in Nashville, Atlanta oder Florida bei den Panthers. Das Wagnis, das die Investoren der genannten NHL-Franchises mit ihrem Engagement in den US-Sonnenstaaten eingegangen sind, hat sich gelohnt, auch wenn Ihrer grundsätzlichen Aussage nicht zu widersprechen ist, dass Eishockey dort (noch) nicht vergleichbar ist mit der Bedeutung von Basketball, Football oder Baseball.

Äpfel und Birnen

Aber letztlich vergleicht man sowieso ein Stück weit Äpfel mit Birnen, wenn man Eishockey in den USA an den anderen großen drei Mannschaftssportarten dort vergleicht. Keine dieser drei Sportarten Football, Baseball und Basketball ist für die sportinteressierte jugendliche Zielgruppe so schwer selbst auszuüben wie Eishockey. Im sonnigen Los Angeles frieren die Seen nun einmal nicht zu und öffentliche Eislaufplätze gibt es weniger als Rasenflächen für Football oder - ganz zu schweigen von den unzähligen Street-Basketballplätzen. Da hat es Eishockey unter Marketing-Aspekten schon immer schwerer gehabt und wird es auch in Zukunft immer schwerer haben. Und noch etwas kommt hinzu: Anders als etwa beim Basketball verstecken sich Eishockeyspieler immer unter einem Helm. Das ist zwar beim Football auch so, aber beim Basketball beispielsweise nicht. Der Eishockeyspieler als "Idol" ist also schwerer zu vermarkten, als ein NBA-Star. Da lässt sich dann auch wieder der Kreis zum Thema Fernsehen schließen: Eishockey ist zu schnell fürs Fernsehen. Ich würde jedem interessierten Neuling immer den Gang ins Stadion empfehlen. Ein kleiner schwarzer Puck ist auf der Mattscheibe einfach schlechter zu sehen als zum Beispiel ein großer roter Basketball.

Nun wollen wir natürlich nicht den gleichen Fehler machen wie Sie und die Bedeutung der NHL überbewerten. Natürlich ist die Liga in den USA Nummer vier - und zwar mit deutlichem Abstand hinter Platz drei. Aber in Kanada sieht die Sache schon anders aus. In Europa sowieso. Die in den Vereinigten Staaten übermächtige Football-Liga NFL hat es bisher zum Beispiel auch nicht geschafft, in Europa Fuß zu fassen. Trotz gigantischer Investitionen in einen eigenen europäischen Ableger fristet dieser Sport jenseits der USA ein Schattendasein. Abgesehen vielleicht vom jährlichen Spektakel "Super Bowl", das jenseits der USA jedoch eher als eine Fernsehparty wahrgenommen wird.

Letztlich gibt es noch viel mehr Aspekte, die man bei einer ganzheitlichen Betrachtung zur Bedeutung der besten Eishockeyliga der Welt heranziehen müsste. Fakt ist aus unserer Sicht aber: Die NHL befindet sich eher im Aufwind. Von einem Weg in die Vergessenheit kann aus unserer Sicht keine Rede sein.

Mit sportlichen Grüßen, Ihr Ronald Upmann
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14.04.2026 06:06 Uhr


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