EHC Klostersee ringt die Haie mit unbändigem Siegeswillen nieder
Rot-Weißen besiegen Hassfurt deutlich mit 8-3
Nein, einfach war er nicht, der Meisterrunden-Auftakt gegen den ERC Hassfurt. Nach 25 Minuten lagen die Sharks mit 3:1 in Grafing in Führung. Doch dann drehten die EHCler in einem denkwürdigen Fight den Spieß noch um. Am Ende siegten die Gastgeber vor 740 lautstarken Fans sage und schreibe mit 8:3 (
1:2, 3:1, 4:0) Toren und sind damit gleich Tabellenführer der Meisterrunde. "Die Klosterseer haben sich den zweiten Platz in ihrer Gruppe nicht zu Unrecht erkämpft. Wer nach einem 0:2 und 1:3 noch einmal so zurückkommt, der hat den Sieg auch verdient", erkannte Gästetrainer Stefan Kagerer die Leistung der Rotweißen an. Mit einem unbändigen Siegeswillen fighteten die Grafinger Hassfurt nieder.
Dabei hatten die Grafinger zunächst arge Startschwierigkeiten gegen die Unterfranken, die nach der Vorrunde ja den ersten Platz in der Südwestgruppe belegt hatten. Die pfeilschnellen Haie-Stürmer konnten schalten und walten wie sie wollten im gegnersichen Angriffsdrittel. Wie gelähmt dagegen der EHC, der kaum aus dem eigenen Abwehrberich herauskam und sich einen Abspielfehler nach dem anderen leistete. Die Hassfurter bedankten sich artig und lagen bereits nach knapp sechs Minuten verdient durch Trevor Jobe (4.) und Dennis Meyer (6.) in Front.
Gut nur, dass Jiri Neubauer die wichtige Auszeit nahm, dass Gästespieler Danny Albrecht sich gleich danach zu einem der vielen überflüssigen Fouls der Gäste hinreißen ließ und dass der EHC die Chance am Schopf packte, zu verkürzen. Nach einer schnellen Kombination Porak auf Zajonc behielt Letzterer die Nerven und ließ Bibi Appel beim 1:1-Duell keine Chance ? das 1:2 in der 7. Minute, 29 Sekunden nach dem 0:2.
"Dieses Tor hat uns enorm geholfen", erklärte Jiri Neubauer hinterher. Zwar gingen die Hassfurter mit der 1:2-Führung in die Kabine, aber die Gastgeber kamen nun zusehends besser ins Spiel.
Auch dank der Haie, die immer wieder allzu hart zubissen und sich so mehrere Zwei-Minuten-Strafen einhandelten. Zunächst jedoch ging der Schuss nach hinten los, denn ausgerechnet in Überzahl leistete sich die EHC-Deckung einen haarsträubenden Fehler. Trevor Jobe war, es der daraus Kapital schlug und auf 1:3 (23.) erhöhte.
Gleich danach vergaben die Gäste gar das 1:4, aber die Scheibe zischte knapp am famos haltenden Florian Hochhäuser und der Torlatte vorbei. "Schade, dass wir diese Chance nicht genutzt haben", trauerte Kagerer dem vierten vergebenen Tor nach. Auf der anderen Seite folgte der Auftritt der Sturmreihe Saller Florian ? Müller (mit einem tollen Comeback) ?Wieser, die sich den Puck wie am Schnürchen gezogen zupassten und in der 26. Minute das wichtige 2:3 markierten. "Es war schon hart, immer einem Rückstand hinterherlaufen zu müssen. Doch die dritte Reihe hat den Befehl zum Angriff gegeben", erklärte Neubauer. Mit Hilfe der Zuschauer, die den EHC immer wieder nach vorne peitschten, bog seine Truppe das Spiel nun um.
Michal Porak nach einer Traumkombination (35.) und der Spieler des Tages, Joe Wieser (40.), sorgten für die wichtige 4:3-Führung nach 40 Minuten.
Im letzten Drittel ging dem dünnen Kader der Gäste die Puste aus. Der EHC drehte zum Jubel der Fans auf und schraubte das Resultat auf 8:3. ?Die Art, wie wir hier verloren haben, das darf nicht passieren. Darüber müssen wir intern reden?, ärgerte sich Kagerer. Porak (41.), zweimal Zajonc (46., 60.), an insgesamt fünf EHC-Toren beteiligt, sowie Florian Saller markierten die Treffer. Danach ließen die Fans ihre Lieblinge mit mehreren La-Olas hochleben und skandierten: "Die Nummer eins, ja das sind wir". Kagerer grübelte derweil nicht lange über die Niederlage: "Was solls, vielleicht hat die Pleite eine heilende Wirkung".
|