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EC Bad Nauheim 08.03.2006, 10:35

Ersatzgeschwächte Teufel verlieren Nachholspiel

Zuschauerzahlen können Kosten nicht mehr decken

Lediglich ein Drittel konnten die ersatzgeschwächten Roten Teufel das Geschehen am Dienstagabend im Eishockey-Oberliga-Abstiegsrundenspiel gegen Oberhausen ausgeglichen gestalten. Knackpunkt war das 1:3 im zweiten Abschnitt, nach dem die Hausherren die Partie laufen und die Gäste zu Treffern kommen ließen. Mann des Abends war Oberhausens Beau Kretzman, der einen Hattrick erzielte.

Bei den Gastgebern fehlten neben Sascha Mader (Grippe) auch die beiden zuletzt suspendierten Petja Pietiläinen und Peppi Eckmair, die erst nächste Woche wieder auflaufen sollen, sowie der gesperrte Oliver Hackert, der sich gemeinsam mit seinem Bruder Michael das Spiel von der Tribüne aus anschaute. Die Gäste hingegen mussten lediglich auf Frach sowie Torhüter Jetter verzichten. Die Partie begann verhalten: keines der beiden Teams kam gefährlich vor das Tor, so dass sich ein äußerst niveauarmes Match entwickelte. Erst in der 16.Minute kam durch den ersten Treffer von Kretzman ein wenig Salz in die Suppe, dem Popp den Ausgleich in der 20.Minute folgen ließ. Im Mittelabschnitt kamen die Revier Löwen mit Elan aus der Kabine, und vor allem die Formation um Kretzman, Bartzen und Liesegang blieb stets gefährlich. Dieser Block war es dann auch, der in der 26.Minute nach einer sehenswerten Kombination durch Kretzman die erneute Führung für die Ruhrstädter erzielte. In Unterzahl war es wieder der Kanadier, der einen kapitalen Fehler der Hausherren ausnutzte und mutterseelenallein auf Ingo Schwarz zulaufen konnte. Eiskalt versenkte der Stürmer die Scheibe im Netz, womit das Spiel eigentlich schon gelaufen war. Oberhausens Kolesnikov besorgte vor der zweiten Pause sogar noch das 4:1 für seine Farben. Im letzten Drittel taten beide Seiten nicht mehr allzu viel, lediglich in Unterzahl versprühten die Gäste noch einmal Spielfreude und kamen mit jeweils einem Mann weniger zu den Treffern Nummer fünf (Liesegang, 57.Min) und sechs (Kolesnikov, 60.Min). War man nach der Vorrunde in der Tabelle noch vor den Oberhausenern, so muss man sich nun mit dem letzten Platz in der Abstiegsrunde begnügen, denn diesen wird man aller Voraussicht nach nicht mehr verlassen. Die Revier Löwen hingegen haben durch diesen Erfolg noch theoretische Chancen auf den dritten Platz, der eine gute Ausgangsposition für ein etwaiges Nachrücken am "grünen Tisch" wäre.

Bereits am kommenden Freitag geht es für die Roten Teufel mit dem Heimspiel gegen Ratingen weiter (Spielbeginn 19.30 Uhr), und dieser Partie kommt eine ganz besondere Bedeutung zu ? wenn auch leider nicht aus sportlicher Hinsicht. Nach den letzten beiden Heimspielen zog der vorläufige Insolvenzverwalter nämlich eine kleine finanzielle Bilanz: "Mit diesen Zuschauerzahlen können wir nicht kostendeckend arbeiten. Wenn am Freitag gegen Ratingen wieder so wenig Fans ins Stadion kommen, wird es ganz eng", so Götz Lautenbach vom Insolvenzbüro. Kalkuliert waren ursprünglich 550 zahlende Zuschauer für die Heimpartien seit Beantragung des Insolvenzverfahrens, am Freitag gegen Klostersee waren es aber gerade mal 123, gestern Abend 323 - inklusive Dauerkarten. Somit kommt dem Match am Freitag gegen die Ice Aliens eine ganz besondere Bedeutung zu, die Fans können quasi mit den Füßen abstimmen, ob die GmbH überleben soll oder nicht.

STIMMEN ZUM SPIEL:

Sergej Jaschin: "Ich bin mit zwei Dritteln und den drei Punkten heute zufrieden. Wir haben diszipliniert gespielt und haben die Torchancen genutzt. Es war aber kein schönes Eishockey."

Bill Lochead: "Die drei Tore in Unterzahl waren spielentscheidend. Normalerweise sollte man ein solches Spiel gewinnen, auch sollte man das ein oder andere Powerplay mal nutzen. Dies hat aber heute überhaupt nicht funktioniert. Ich gebe meinem Kollegen Recht, dass es wahrlich kein schönes Spiel war."
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