Selb: Oliver Schmidts perfekte Leistung
Viel Lob für ERC-Keeper nach "Shut-Out" Gegen Erding
Erneut einen wichtigen Schritt in Richtung Playoffs machten die Selber ,,Wölfe'' am vergangenen Freitag vor heimischen Publikum. Gegen das ,,German Team'' aus Erding gelang den ERC- Cracks ein 2:0-Sieg. Zwar bekamen die rund 1300 Fans über weite Strecken des Spiels nicht unbedingt schönstes Eishocke
y zu sehen, was aber letztlich letztendlich zählte, waren die drei gewonnenen Punkte.
Verwundert rieben sich einige Gäste im VIP-Raum des ERC Selb die Augen, als sie einen Blick auf den Videotext des Bayerischen Rundfunks (BR) warfen. 42:0 für den ERC Selb hieß es da für kurze Zeit auf dem Bildschirm. Tormöglichkeiten für ein ähnliches Schützenfest gab es für die Selber Stürmer im letzten Spielabschnitt zwar genügend - doch es sollte nur bei einem 2:0 bleiben.
Sehr zur Freude von Oliver Schmidt. Erst Anfang Januar rückte der Ex-Bayreuther ins ,,Wölfe''- Team. Eigentlich als Ersatztorwart hinter Stefan Wegmann gedacht, brachte ihn Trainer Roland Schneider nach einem Kurzeinsatz in Landshut vor eigenem Publikum von Beginn an. ,,Oliver muss schließlich Spielpraxis sammeln, für den Fall, dass sich Wegmann einmal verletzen würde.''
,,Wahrscheinlich hatte ich den richtigen Riecher.''
Roland Schneider zur Nominierung von Oliver Schmidt
Dass Schmidt bei seinem Debüt im Selber Trikot gleich ein Shut- Out gelang, hätte ihm wohl keiner so recht zugetraut. Der 22-Jährige hatte zwar nich allzu viel Schüsse auf sein Tor bekommen, doch wenn es brenzlig wurde, war er zur Stelle und hielt seinen Kasten sauber. Von den Fans nach Spielschluss gefeiert, legte Schmidt sogar einen sauberen ,,Diver'' aufs Eis.
Schneider war nach dem Spiel natürlich zufrieden über seinen Schachzug. ,,Wahrscheinlich hatte ich den richtigen Riecher. Schmidt machte seine Sache perfekt. Besser geht es nicht. Hut ab vor dieser Leistung.'' Überhaupt hatte der Trainer nichts zu klagen wegen seiner beiden Goalies. ,,Ich bin stolz, dass wir zwei junge deutsche Torhüter haben, die ihre Arbeit sehr gut machen,'' lobte Schneider sowohl Stefan Wegmann wie auch Oliver Schmidt.
Beim Spiel selbst gab es in den ersten zwei Dritteln nicht viel zu bewundern. Nur einige wenige schön herausgespielte Chancen gab es auf beiden Seiten. Erding beschränkte sich aufs Stören, und kam selten vor das Selber Tor. Auch die ,,Wölfe'' bauten ihr Spiel meist viel zu zögerlich auf, und versuchten zu wenig, einfach mal in Richtung Erdinger Gehäuse abzuziehen. Kurzum: Das Spiel nicht zwingend genug.
,,Ich weiß, dass das Spiel für die Zuschauer nicht schön war. Wichtig sind aber die Punkte. Vielmehr muss ich unseren Gästen Respekt zollen,'' bilanzierte Schneider - und lobte die junge, ausnahmslos aus deutschen Spielern bestehende Mannschaft. ,,Läuferisch war Erding gut. Ich dachte aber nicht, dass der Weggang von Oswald, der die jungen Spieler führen konnte, und auch oft für ein Tor gut war, soviel ausmacht.'' Und Erding sei schließlich lange Zeit im vorderen Tabellendrittel gestanden, und gewann auch beide Hinrundenbegegnungen gegen Selb. Begegnungen in der Hinrunde. Doch seit Spielmacher Günther Oswald Anfang Dezember nach Krefeld in die DEL wechselte, gab es für das ,,German Team'' keinen einzigen Auswärtssieg mehr.
,,Wir haben nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben.''
- Gästetrainer Ewald Steiger
Gästetrainer Ewald Steiger, der sonst als Knaben- und Juniorentrainer bei seinem Verein fungiert, und den eigentlichen Coach Erich Kühnhackl vertrat, sah es ähnlich. ,,Wir haben nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Anfangs vielleicht fünf Minuten, ein wenig im zweiten Drittel,'' sprach Steiger enttäuscht nach dem Spiel, sah aber ein, dass man gegen Selb keinerlei Chance gehabt hätte, überhaupt etwas zu reißen.
Von Spiel zu Spiel besser wird Verteidiger Frank Hördler, der am Samstag seinen 17. Geburtstag feiern durfte. Höhepunkt in der 34. Spielminute, als der Selber Nachwuchsspieler an zwei Erdingern vorbeimarschierte, die Scheibe herrlich zu Sascha Jaworin passte, und der dann schließlich zum 2:0-Endstand vollendente. Wenig zu sehen war diesmal dagegen von Trevor Jobe. ,,Jeder weiß, dass man Jobe erst mal in Gang bringen muss. Aber wenn, dann bricht er aus,'' scherzte Schneider, war sich aber zugleich sicher, ,,dass der Trevor schon wieder kommt.'' Leider zog sich der Kanadier eine schmerzhafte Prellung am Knie zu, als Erdings Verteidiger Triller mit dem Schläger zuschlug.
Zur Verletzung von Alain Cotè gab ERC-Vizepräsident Wolfgang Fürst Neues bekannt. ,,Wir haben von verschiedenen Ärzten unterschiedliche Diagnosen. Es war auch schon ein Bandscheibenvorfall im Gespräch. Cotè will es in zwei Wochen wieder probieren. Er kann sich gut bewegen, hat aber bei Checks noch Schmerzen.''
Hart arbeiten und trainieren werden die Selber ,,Wölfe'' auch diese Woche wieder müssen. Schon am kommenden Freitag geht es für die Cracks zum Deggendorfer EC. Die ,,Flames'' gewannen am Freitag gegen Dresden mit 8:1-Toren. Kein leichtes Spiel also. Auch gegen den nächsten Heimgegner wird es nicht viel leichter. Denn mit den Ratinger ,,Ice Aliens'' kommt am Sonntag (18 Uhr) ein direkter Konkurrent um einen der begehrten Playoff Plätze. Und in den bisherigen zwei Partien konnten die ERC-Cracks das Nordlicht noch nicht bezwingen.
Entnommen aus der www.Frankenpost.de, Artikel verfasst von Michael Sporer .
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