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Oberliga 03.02.2021, 14:52

Was macht eigentlich Bob Wren?

Interview mit dem ehemaligen DEL-Spieler

Bob Wren.
Bob Wren.
Foto: Privat.
Interview In seinem fast biblischen Eishockeyalter führt der von einer Krebserkrankung wieder genesene Eishockey-Fanatiker Bob Wren seinen EHC Klostersee in die Eishockeyschlachten! Ivo Jaschick unterhielt sich mit ihm!

Robert "Bobby" Wren (16.09.74) wurde vor gut 46 Jahren im kanadischen Preston, in der Provinz Ontario geboren. Er fand sehr schnell Gefallen am Eishockey und taucht erstmals in den Statistiken 1989/90 auf, als er für Guelph B´s in der MWJHL (Mid-Western Junior Hockey League) schon damals ein Schrecken aller gegnerischen Goalies war (46 Sp; 24 Tore/36 A).

Zudem konnte er auch stets gut austeilen, was ein Blick auf seine Strafminuten bestätigt. Die NHL-Scouts wurden schnell auf ihn aufmerksam und die LA Kings sicherten sich 1993 beim Draft als Nummer 93 seine Dienste!

Er spielte zusammen mit Wayne Gretzky bekam aber nie eine richtige Chance und wechselte 2003 nach 10 Jahren in den Minors in die DEL. 2014 bekam er die niederschmetternde Nachricht, dass er an Krebs erkrankt sei, berappelte sich mit Hilfe seine Frau Julia, seinem eisernem Willen wieder und steht jetzt nach seinem wohl größten Sieg - gefährlich wie eh und je - auch sprühend vor Energie wieder auf dem Eis und macht was er immer gemacht hat: Angst und Schrecken beim Gegner verbreiten!

Zu allererst ein "Frohes Neues Jahr", wie geht es Ihnen und Ihrer Frau Julia?

Gut, echt gut - gesundheitlich jedenfalls! Wir können hier das Privileg, in einer der schönsten Regionen Deutschlands zu wohnen, genießen! Sportlich gesehen muss ich schon sagen, dass mir das Eishockey fehlt - sehr sogar! Es ist nach meiner Frau der wichtigste Teil meines Lebens!

Julia und Bob Wren. Foto: Privat..
Sie hatten ja nach der Krebsdiagnose eine bange Zeit zu überstehen und dabei den größtmöglichen Sieg errungen!?


Ich denke, es war nicht nur für mich eine harte Zeit! Klar, als mir/uns die Diagnose mitgeteilt wurde, war es zuerst ein Schock, ich hatte das Gefühl, der Boden unter mir bricht weg. Aber Julia hat mich immer wieder versucht aufzubauen! Sie hat mich überall, von Arzttermin zu Arzttermin, in Krankenhäuser und vieles mehr, hin chauffiert! Sie hat mich wo es nur ging unterstützt, mich mental aufgebaut, einfach sehr viel für mich getan - ohne Sie, ? wer weiß! Sie war neben der medizinischen Abteilung, hier möchte ich vor allen Dingen den Mannschaftsarzt der Iserlohn Roosters Jochen Veit hervorheben, ohne den es nicht so reibungslos gelaufen wäre.

Diesen Lebensabschnitt haben Sie erfolgreich hinter sich gelassen und spielen jetzt wieder sehr erfolgreich Eishockey für den EHC Klostersee - mit nun 46 Jahren sind Sie der Methusalem im Team und könnten locker der Vater einiger Mitspieler sein! 

Was soll ich dazu groß sagen! Ich werde in der Kabine nur "OPA" gerufen! 

Aber bei Ihnen ist es wie mit Wein - je älter desto besser! In Ihrem Fall ist es sowieso besser von "erfahrener" als "alt" zu reden - was sagen Sie?

Danke! Aber das ist schon okay. Ich sehe das Alter nicht als etwas Negatives an, sondern es macht mich eher stolz. Ich sehe diese Bezeichnung als eine Art Auszeichnung, Anerkennung an, auf was ich gut gelaunt und froh schauen kann! Also können wir ruhig bei "alt" bleiben! Obwohl, es hört sich vielleicht doch besser an von größerer Erfahrung zu sprechen!

Wie kamen Sie überhaupt zu dem Spiel, wer war Ihr Idol?

Wahrscheinlich weil alle in meiner Umgebung dem Puck nachjagten. Mit zwei Jahren hatte ich das erste Mal Schlittschuhe an. Ich erinnere mich noch - naja, aus Erzählungen und von Fotos - dass ich in unserer Garagenzufahrt in Windeln auf Schlittschuhen herumlief! Ich hatte den ganzen Tag, auch im Haus, diese Schlittschuhe an, wie angewachsen. Und auf die Frage nach meinem Vorbild muss ich Ihnen mitteilen, dass ich eigentlich keine hatte - vielleicht könnte ich hier Wayne Gretzky nennen, aber meine große Liebe galt einfach nur dem EISHOCKEY. Ich brauchte nur Schlittschuhe, einen Schläger, etwas Gefrorenes und los ging´s!

Wayne Gretzky beherrschte damals das Geschehen auf dem Eis und war der uneingeschränkte Star!

Er war einfach der Beste! Für mich ging ein Traum in Erfüllung, als ich in einer Reihe mit ihm spielen konnte. Mit 18 Jahren war ja ein paar Wochen in LA und stand dort in einer Reihe mit ihm! 

Bei Ihnen bekommt dann der Spruch, dass in Kanada die Babys mit Schlittschuhen an den Füßen geboren werden, eine realistische Bedeutung!

(lachend) Ja, ich bin wirklich der beste Beweis dafür!

Sie spielen bei EHC Klostersee und sind unverzichtbar! Sie haben Erfahrung aus 5 NHL-, 571 AHL-, 261 DEL Spielen, (u.a. Österreich, England) ? es würde zu viel Raum einnehmen, alles aufzuzählen - jedenfalls insgesamt, wenn ich mich nicht verzählt habe, sind es bis dato (11.01.21) 1.518 Eishockeyspiele! Können Sie etwas zu den verschiedenen Ligen sagen?

Ja, wenn ich so alle Eishockeyjahre so Revue passieren lasse, komme ich immer mehr zu der Einsicht, wie gut das deutsche Eishockey ist und wie es sich im Laufe meiner Zeit hier und in Europa noch weiterentwickelt hat! Ich bin froh, ein Teil dieser sagenhaften Entwicklung gewesen zu sein. Ich kann nicht mehr genau sagen, wie das nordamerikanische Eishockey jetzt ist - aber zu meiner Zeit in den Minors kann ich mich nur noch an die langen, nervenaufreibenden Auswärtsfahrten erinnern. 

Gedraftet von den Kings haben Sie nur fünf Partien für die Königlichen in der NHL absolviert!

Ich würde sagen, dass dies an mir gelegen hat! Ich war einfach zu egoistisch! Ich war schlicht und ergreifend zu faul! Ich hatte den Sommer über nichts, oder besser zu wenig gearbeitet. Ich könnte gut als warnendes Beispiel für junge, talentierte Spieler dienen. Als ich dann (2003) den Sprung nach Europa gewagt habe, habe ich erst gelernt, dass das Eishockeyspiel auch Arbeit ist, dass ich für den Erfolg auch etwas tun muss! 

Kann ich sagen, dass Sie zum falschen Zeitpunkt am richtigen Ort (NHL - Kings) waren?

Ja, ich war damals wohl noch nicht bereit!

Wie würden Sie Ihren Spielstil beschreiben? Sind Sie eher offensiv oder defensiv ausgerichtet?

Bei meiner Spielweise liegt die Offensive ganz klar im Vordergrund - die Defensive darf natürlich nicht ganz aus den Augen verloren werden, aber die Abteilung Attacke liegt mir mehr! 

2003 kamen Sie nach Augsburg, danach drei Jahre Wien, dann zwei Jahre Iserlohn, wo Sie Ihr großes Glück fanden - Ihre jetzige Frau Julia! Warum der Schritt nach Europa?

Das ist, was sehr viele Spieler machen, wenn sie älter werden und in den Minors hängen geblieben sind - sie versuchen nach Europa zu gehen, um dort noch so lange wie eben möglich zu spielen! Ja, und so war es halt auch bei mir. Außerdem kann hier auch noch gutes Geld verdient werden. 

Nach Österreich (Vienna Capitals 04-07) wieder Deutschland (Iserlohn Roosters 07-09) - warum?

Eine große Rolle spielte hier die Kontingentstellen für Ausländer - in Österreich dürften zu der Zeit nur fünf spielen, während es hier neun waren. Wenn ich die beiden Ligen vergleichen sollte, würde ich sagen, dass die DEL etwas besser, härter war. Außerdem war mit Geoff (Jeff) Ward ein guter Bekannter in Iserlohn, der mich zurück in die DEL lotste. 

Nach Iserlohn, aber dann mit Julia, kamen noch einige Wechsel bevor der Krebs Ihre Karriere fast beendet hätte - doch der hatte die Rechnung ohne das Kampf-Duo Bobby/Julia Wren gemacht - 2015 liefen Sie wieder in der Landesliga für den TSV Trostberg auf und führten Ihr Team als Spielertrainer mit 47 Punkten (19 T/28 V) in die Spitzengruppe der Liga.

Es war, wie gesagt, eine harte Zeit und ich war mehr als froh, wieder Eishockey spielen zu können! Ich bin mehr als dankbar, dass ich damals die Chance bekam und wieder meinem tollen Sport nachgehen konnte. 

Nach zwei Jahren wechselten Sie 2017 zum EHC nach Klostersee, mit dem Sie dann auch sofort aufgestiegen sind! Und das "Phänomen" Bobby Wren scort und scort - Können Sie uns IHR Geheimnis verraten!

Das ist ganz einfach! Mein Rezept lautet: LIEBE! Ich liebe Eishockey über alles! Die einzige Ausnahme ist meine Julia - vielleicht! (Sie ist dabei!)

Gibt es jetzt ohne Zuschauer, Fans, in Corona-Zeiten noch einen Heimvorteil?

Nein, ich denke nicht. In manchen Arenen zu spielen, war schon sehr schwierig, ich denke nur an Iserlohn, weil die Roosters mit dem fantastischen Publikum im Rücken immer im Vorteil waren. Die Fans spielen schon eine große Rolle. Deswegen lege ich mich fest: Nein, ohne Zuschauer kein Heimvorteil!

Was sagen Sie zu Corona und dem Eishockeynachwuchs - kein Spielbetrieb und Training mehr? Hier in Deutschland haben wir auch nicht gerade die Temperaturen, dass man raus auf den zugefrorenen See gehen kann!

Ja, dies ist nicht gerade förderlich für den Nachwuchs! Aber ich muss Ihnen widersprechen mit den Seen, unser See hier ist gut und dick gefroren, so dass wir morgen mal auf´s Eis gehen werden! Wenn ich das aktive Eishockeyspielen drangeben werde, sehe ich meine Zukunft im Training des Nachwuchses. Ich möchte meine Freude und Erfahrung an die Kinder weitergeben.

Sie sagten bereits, welch einen großen Fortschritt das deutsche Eishockey in den letzten Jahren gemacht hat! Ein Ausdruck davon sind auch das Silber bei Olympia und der große Erfolg von Leon Draisaitl in der NHL!

Ja, das stimmt! Aber was mich noch mehr beeindruckt hat, ist das Auftreten der deutschen U-20 Nationalmannschaft bei der WM in Edmonton! Mich hat beeindruckt, wie die gespielt haben und um ein Haar sogar die Russen geschlagen hätten. Und Leon Draisaitl ist einer der besten, falls nicht der beste Spieler. Dies alles sind Belege dafür, dass sich das Eishockey hier in die richtige Richtung bewegt!
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