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WM 2010
Sonntag, 09.05.2010, 10:48 Uhr

Deutschland und die "Alles ist anders"-WM

Neue Strategie nach dänischem Triumph gegen Finnland?

Für das minimale Ziel der bei der WM gastgebenden Deutschen Eishockey-Nationalmannschaft - die Zwischenrunde - gab es einen klar umrissenen Schlachtplan: Das letzte Gruppenspiel der Vorrundengruppe D gegen Dänemark sollte gewonnen werden, denn gegen die anderen Teams in der Gruppe rechnete sich im deutschen Lager niemand etwas aus. Umso größer war der Jubel, als die Krupp-Schützlinge am Freitag mit den USA den vermeintlich stärksten Gruppen-Gegner nach Verlängerung schlugen. Doch die Freude erhielt bald einen Dämpfer.

Denn auch die Dänen sind von der Konkurrenz offenbar unterschätzt worden. Und wie: Abgezockt und mit einem filmreifen Blitzstarkt kauften die Rot-Weißen den Blau-Weißen den Schneid ab und träumen nun ebenfalls von der Zwischenrunde. Deutschland ist also mittendrin in der "Alles ist anders"-WM, zumindest gilt das für die Vorrundengruppe D.

Welche Schlüsse soll man nun aber aus dem ersten Spieltag der Gruppe ziehen? Soll die Konzentration entgegen den ursprünglichen Plänen nun auf die Partie gegen die vermeintlich angeknockten Finnen am Montag gelenkt werden? Dieses Kalkül könnte ins Auge gehen, denn im "Land der tausend Seen" tobt nach dem 1:4-Fauxpass der Suomis der Volkszorn und es könnte sein, dass Deutschland sich am morgigen Montag Finnen mit Wut im Bauch gegenüber sieht. Es spricht also einiges dafür, nicht von der "Schlachtplanung" abzuweichen und das Spiel am Mittwoch gegen Dänemark für die zur Zwischenrunde fehlenden Punkte zu nutzen. Auch die Ankündigung von Bundestrainer Uwe Krupp, den gegen die USA famos aufspielenden Goalie Dennis Endras gegen Finnland zu schonen, spricht dafür. Endras hat in der DEL-Saison bei Augsburg mit den Pre-Playoffs und den Playoffs bis ins Finale ein enormes Pensum absolviert und der DEB will ihn betreffend kein Risiko eingehen. Zudem stehen mit Kotschnew und Zepp im Kader Alternativen zur Verfügung. Ansonsten scheint man im DEB-Lager darauf bedacht, keine Euphorie oder überschäumende Emotionen zuzulassen. Krupp und wichtige Spieler im Team wie Sven Felski oder Kapitän Marcel Goc (Foto) warnten unisono vor Übermut.
Es bleibt also wohl im Grundsatz dabei: Man wird sehen, was gegen die Finnen möglich ist, das Hauptaugenmerk liegt aber auf dem Spiel gegen Dänemark. Aber wer weiß, vielleicht setzen sich die Sensationen ja fort und am Ende erreichen die Dänen und Deutschland die ersten Plätze in der Gruppe. Dann wäre die "Alles ist anders"-WM perfekt.
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24.07.2026 09:50 Uhr

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