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DEL

DEL-Wochenendrückblick: Rettet die neutrale Zone!

Von verwirrenden Regeln und fehlgestarteten Meistern

Ging es Ihnen am Wochenende im Stadion ihres Lieblingsclubs auch so? Die Regeländerungen, die zu Beginn dieser Spielzeit in Kraft getreten sind, verändern doch eine Menge am Sport und vor allem die größeren Angriffszonen sind für den langjährigen DEL-Zuschauer ungewohnt. Das geht offenkundig auch vielen Spielern noch so. Die Fehlerquoten waren jedenfalls noch recht hoch.

Von Experten gab es im Vorfeld ja bereits viel Lob für die verkleinerte neutrale Zone, das "hybrid icing" und die vielen neuen offensiven Möglichkeiten, die den Sport insgesamt attraktiver machen würden. Der Faktencheck nach zwei Spieltagen fällt aber durchaus zwiespältig aus. Tore gab es zwar am Wochenende tatsächlich überdurchschnittlich viele, aber ob diese gefallen sind, weil die neuen Regeln mehr Möglichkeiten geben, oder ob doch vielleicht Fehler in der Defensive und entsprechende Anpassungsdefizite dafür ursächlich waren, sollte man erstmal abwarten. Und ganz abgesehen davon fragt man sich doch, was die Freunde der neuen Regeln gegen die neutrale Zone haben, dass diese derart geschrumpft werden musste. Wurde dort früher etwa kein Eishockey gespielt? Wo passieren denn die spektakulärsten, öffnenden Pässe? Wo gibt es die krachenden "Open Ice Checks"? Die neutrale Zone hatte immer ihre taktische und ästhetische Daseinsberechtigung im Eishockey - nunmehr ist sie der Bedeutungslosigkeit nahe.

Und die vergrößerten Angriffszonen? ... sollten sich ja vor allem im Powerplay auszahlen, doch gerade in diesen Situationen geht der Schuss im wahrsten Sinne des Wortes nach hinten los. Der Nervenkitzel für die Zuschauer besteht ja gerade darin zu erfahren, ob es einem schussstarken Verteidiger gelingt, von der blauen Line ein Powerplay-Tor zu erzielen. Oder ob dem Unterzahl-Team der Befreiungsschlag glückt und die Powerplay-Formation neu aufbauen muss - beides ist durch die neuen Abmessungen zwischen Tor- und blauer Linie unwahrscheinlicher geworden. Die "Balance" der Wahrscheinlichkeit eines Überzahltors war früher einfach ausgewogener - so jedenfalls der erste Eindruck nach einem DEL-Wochenende.

Doch nun haben wir die weniger fachkundigen Leser unseres Magazins, die wir ausdrücklich sehr schätzen, genug mit verwirrenden Regeln genervt. Zurück zum Sport: Der Überraschungsmeister Ingolstadt hat mit zwei Niederlagen am Wochenende einen klassischen Fehlstart hingelegt. Oder vielleicht wird der Club jetzt auch einfach von der Konkurrenz ernster genommen. Mannheim jedenfalls begann gegen die Panther am Freitag von der ersten Minute konzentriert und ohne jegliche angezogene Handbremse, ganz so, als sei man bereits im Finale als großer Herausforderer des Titelverteidigers.

Aber soweit ist es ja noch nicht. Und wenn es so wäre, so stellten wahrscheinlich zwei der drei perfekt gestarteten Teams Wolfsburg, Augsburg und München die Finalisten. Alle drei sind mit jeweils sechs Punkten nun an der Spitze und man darf gespannt sein, wer am kommenden Wochenende nachlegen kann. Während München und Wolfsburg durchaus nicht unerwartet groß aufspielen, waren die Siege der Panther am Wochenende gegen die Top-Clubs Berlin und Ingolstadt durchaus nicht selbstverständlich. Vielleicht gibt es ja kommende Woche bereits ein ganz anderes Bild an der Spitze. Spannung kann die DEL gerade in dieser frühen Saisonphase gut gebrauchen, denn die Zuschauerzahlen waren am ersten Wochenende noch nicht so berauschend. Ein September-Desinteresse wie in früheren Jahren scheint zwar nicht zu befürchten, aber Randsportarten wie Eishockey müssen leider nach wie vor um jeden Zuschauer kämpfen. Hoffentlich wird dazu nicht demnächst noch die neutrale Zone ganz abgeschafft ...
Stand: 15.09.2014, 20:21 Uhr
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Gast
30.06.2026 20:26 Uhr

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Kommentare (9)
17.09.2014, 18:06 Uhr
Boulette (Gast)
@Ikke: Zweifellos is das korrekt. Haben wir einen echten Blueliner? Ich sehe nicht wirklich einen. Vllt. wird aus Tine ja mal einer?! :) Aber ansonsten haben alle Vereine das gleiche Problem. Ich kann nicht immer die Schuld dann bei den Regeln oder anderen suchen. Egal, für uns ist es vllt ne gute Ä...
Weiterlesen Bewerten:4 

17.09.2014, 16:35 Uhr
Ikke
@Boulette: Sicher stimmt es schon, dass es erst mal nach einer Vorabausrede klingt, allerdings ist es auch nicht von der Hand zu weisen, dass schwächere Teams auch finanziell nicht gerade auf Rosen gebettet sind und sich somit kaum Defender leisten können, bei denen die größere Zone nichts ausmacht....
Weiterlesen Bewerten:3 

17.09.2014, 12:38 Uhr
Boulette (Gast)
@fred: Ich sage lediglich, dass die Aussage von ihm in meinen Augen eine Ausrede ist. Anscheinend darf man nicht mal mehr das. War ich wohl wirklich sehr sehr unfair. Tut mir leid, aber was is dein Problem? Die Vorteile der größeren Enddrittel liegen auf der Hand - Offensive. Gepaart mit dem Hybrid-...
Weiterlesen Bewerten:3 

17.09.2014, 11:56 Uhr
fred (Gast)
@Boulette: Was soll das? Warum lässt Du Piranha nicht seine Meinung? Wenn Du anderer Meinung dann erzähle uns Deine Meinung und gut. Hier geht es um Eishockey und WIR sind ALLE Eishockeyfans, also benehmen wir uns auch so; fair
Bewerten:8 

17.09.2014, 09:38 Uhr
Boulette (Gast)
@piranha: Nach grade mal 2 Spieltagen kommst Du also schon mit der Ausrede für die schwächeren Teams!!! Respekt.
Bewerten:3 

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