
Haie verschenken wieder Punkte
Straubing dreht Spiel von 1:3 in 4:3
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Der Hai ist eigentlich ein gefährliches Raubtier dem man besser aus dem Weg geht, doch das Haifischbecken der Lanxess-arena gleicht derzeit eher einem Zierfischaquarium. Die Gäste bekommen es zuletzt regelmäßig mit zahnlosen Haien zu tun. Konnte man zuletzt wenigstens noch den einen oder anderen Punkt einfahren, war das Team der Haie vor 11.259 Zuschauern gegen Straubing im letzten Drittel völlig von der Rolle und vergab einen komfortablen 3:1 Vorsprung.
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Montag, 29.12.2008, 01:11 Uhr
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Dabei hatte es doch vielversprechend begonnen. Die Gäste aus Straubing, begleitet von vielen Fans in einigen Bussen, starteten gut ins Spiel. Doyle musste gleich mehrfach sein Können aufbieten, als er gegen Trew und Chouinard glänzend hielt. Die Haie konnten dann aber selber ins Spiel finden und Bales durfte sich mehrfach auszeichnen. Gegen den platzierten Flachschuss von Warriner in der 10.Minute war er allerdings machtlos. Ebenso chancelos war Bales beim Nachschuss von Dmitriev in der 17.Minuite zum 2:0. Die Straubinger nutzten jedoch ihre anschließende Überzahl zum 2:1 durch Elfring.
Im zweiten Drittel war das Spiel umkämpft, mit wenig spielerischen Highlights. Die Haie waren im Glück, als Lüdemann in der 38.Minute die Scheibe von der Linie kratzte. Chouinard hatte zuvor den Puck an Doyle vorbei in Richting Tor lenken können. Im Gegenzug war es Daniel Rudslätt, der zum 3:1 einschießen konnte. Der Vorsprung sollte nicht reichen.
Gleich zu Drittelbeginn verkürzte Chouinard auf 3:2 und bei den Haien begann das große Flattern. Jetzt lief nichts mehr zusammen, einfachste Aktionen wollten nicht mehr gelingen, ein solides Positionsspiel war den Haien plötzlich abhanden gekommen. Immer wieder tauchten die Straubinger Spieler vor dem bemitleidenswerten Frank Doyle auf, der hielt, was zu halten war. Gefährliche Torschüsse der Haie gab es nur in einer Überzahl, doch Bales war nicht zu bezwingen. Die Straubinger hatten da mehr Glück im Abschluss, denn Chouinard schoss in der 52.Minute zum 3:3 Ausgleich ein.
Erste frustrierte Fans verließen bereits die Arena, sie verpassten eine ereignisreiche Schlussphase. Zunächst verweigerte der schwache Schiedsrichter Aumüller eine Strafe gegen Straubing nach einem klarem Foul an Ullmann, im Gegenzug schickte er Rudslätt wegen eines vergleichsweise geringen Vergehens auf die Strafbank. Die Chance ließen sich die Gäubodenstädter nicht nehmen und Meloche drehte das Spiel in der 58.Minute zum 3:4. Jetzt wurde es dramatisch, nur noch Sekunden zu spielen, vor Bales viel Verkehr und plötzlich der Haiejubel. Rudslätt hatte die Scheibe ins Tor geschoben. Aumüller entscheidet sofort auf Tor, auch kein Straubinger reklamiert. Zum entsetzten aller fuhr Aumüller dann plötzlich auf Anraten seines Linienrichters zum Videogerät. Es machte sich ein ungutes Gefühl breit und so überraschte es nicht, dass Aumüller das bereits gegebene Tor annullierte. Aus seiner Sicht lag ein Torraumabseits vor, doch alle Bilder, ob Foto oder bewegtes Bild ließen keinen Zweifel über ein korrektes Tor aufkommen. Der Frust der Fans entlud sich auf der Eisfläche, die mit Bechern und anderen Gegenständen übersät wurde. Warriner ließ sich auch noch zu einem Flaschenwurf hinreißen und kassierte von Aumüller, der das Spiel über eine Art Kleinkrieg mit Warriner betrieb, noch eine Matchstrafe.
Straubing konnte so die vollen Punkte mitnehmen und die Haie warten jetzt seit Mitte November auf den nächsten Dreier im eigenen Haifischbecken.
Unabhängig von der Niederlage der Haie, die die Verantwortung dafür ganz alleine zu tragen haben, täte die Liga gut daran, die Situation genauer zu untersuchen und Schiedsrichter Aumüller für sein gesamtes Auftreten, so wie seinen Linienrichter gegebenenfalls eine Denkpause zu verordnen.
Stimmen zum Spiel:
Straubings-Coach Bob Manno: „Es ist ein gutes Gefühl, das Spiel im dritten Abschnitt so zu gewinnen und mit Rupert kann ich mit fühlen. Wir haben gut gespielt, es war ein starkes Auswärtsspiel für uns. Wir haben einen guten Charakter gezeigt, um im letzten Drittel zurück zukommen.“
Haie-Coach Rupert Meister: „Als Trainer fehlen einem die Worte, es ist mehr als frustrierend. Nicht alle Spieler kämpfen mit letzter Konsequenz und Verantwortung. Es ist aber auch nicht möglich mit zwei Blöcken zu spielen. Hinzu kamen komische Schiedsrichterentscheidungen, aber wir müssen die Verantwortung der Niederlage selber tragen und keine Entschuldigung suchen.“ Die Frage zum vermeintlichen 4:4: „Der Schiedsrichter sagt, es wäre Torraumabseits gewesen. Wir haben die Szene gerade gesehen und für mich war es kein Abseits.“
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