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Frankfurt Lions

Sportdirektor Johnston bei den Frankfurt Lions zurückgetreten

Die etwas andere Trainerentlassung - Ein Kommentar

Normalerweise heißt es in Sportlerkreisen immer, der Trainer sei das schwächste Glied in der Kette und müsse daher bei Misserfolgen meist zuerst seinen Platz räumen. Oft geschieht es auch so - doch in Frankfurt ist jetzt mit dem Rücktritt von Manager und Sportdirektor Bernie Johnston ein ganz andere r Kopf gerollt.

Die Hessen, vor der Saison wieder unter großen wirtschaftlichen Anstrengungen sportlich verstärkt, sind bisher in der DEL hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Mit der jüngsten Niederlagenserie sah man in der Vereinsführung offenbar die Zeit der Konsequenzen gekommen: Doch der starke Mann an der Bande, Trainer Lance Nethery, blieb von diesen Konsequenzen zunächst verschont.

Stattdessen erklärte "Bulldozer-Bernie" Johnston selbst seinen Rücktritt gegenüber Klubboss Gerd Schröder. Er bezichtigte sich damit selbst einer "verfehlten Einkaufspolitik" und nahm so indirekt seinen Coach aus der Kritik. Ein bemerkenswerter und mutiger Schritt.

Lance Nethery wiederum verlängerte seinen Vertrag quasi im gleichen Atemzug. Das heißt jedoch keineswegs, dass er von der sportlichen Krise des Klubs unbeeindruckt bleibt. Fehler schloss auch er selbst nicht aus, doch nun müsse man alles tun, um den Karren gemeinsam aus dem Dreck zu ziehen.

Ob das "Frankfurter Modell" auch in der Liga Zukunft hat und die Trainer künftig allgemein in Krisensituationen ruhiger schlafen können, muss allerdings bezweifelt werden. Eine derartige Fähigkeit zur Selbstkritik, wie sie Bernie Johnston hier an den Tag legt, dürften andere Amtskollegen des ehemaligen Landshuter Erfolgstrainers auch künftig vermissen lassen.

Stand: 27.11.2002, 16:25 Uhr
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07.06.2026 22:53 Uhr


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