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Düsseldorfer EG

"Wollten zeigen, was in uns steckt!"

Interview mit Düsseldorfs John Henrion

John Henrion.
John Henrion.
Foto: City-Press.
Der ungedraftete, in Worchester, Massachusetts, am 19. Januar 1991 geborene John Henrion, jagte schon mit 23 Jahren in Europa dem Puck hinterher. Im September wechselte er nach Düsseldorf in die DEL. In 52 Spielen erzielte er dabei 30 Skorerpunkte (22T/ 8V) – nach dem letzten Spiel sprach er mit Ivo Jaschick von EISHOCKEY.INFO.
  Montag, 05.03.2018, 20:47 Uhr


Was können Sie zum Spiel überhaupt und der ganzen Situation jetzt sagen?

Es ist natürlich schön, dass letzte Saisonspiel gewonnen zu haben – auch wenn es nicht die Meisterschaft bedeutet oder zumindest die Teilnahme an den Playoffs! So lautete das von uns ausgegebene Ziel am Anfang der Saison! In unserem heutigen Spiel gegen Krefeld wollten wir auf jeden Fall Stolz und Charakter beweisen – so wollten wir die ganzen Spiele auftreten. Wir können nicht mehr rückgängig machen, was bisher passiert ist! Aber wir wollten wenigstens unseren Fans einen vernünftigen Abschluss bieten. Wir wollten jedem zeigen, auch uns, was wir können und wer wir sind! Das hätten wir einfach öfters machen müssen!

Haben Sie eine Erklärung, warum Ihr Team nicht öfters so aufgetreten ist, wie heute gegen Krefeld?

Nein, dafür habe ich keine plausible Erklärung! Wenn wir dafür eine hätten, wäre es nicht soweit gekommen und wir wären noch im Wettbewerb. Es war eine lange Saison mit vielen Höhen und Tiefen, es ist viel passiert und zurückblickend hätten wir natürlich einiges anders, besser machen können! Da sind Millionen verschiedener Gründe, die wir anführen könnten, aber aus denen müssen wir lernen! Wir dürfen uns jetzt nicht verstecken – wir müssen nach vorne schauen und weitermachen!
Man konnte den Eindruck gewinnen, dass dieses Spiel ein Vorbereitungsspiel war!  Wenig körperbetont, kein richtiges Derby!

Es ist schwierig in ein Spiel zu gehen, wenn beide Teams wissen, es geht um nichts mehr, das Ende der Saison kommt mit dem Schlusspfiff! Es war mehr ein mentales Spiel, wir wollten den Fans, dem Verein, allen noch was zeigen! Einige von uns, nicht alle, werden zur neuen Saison wiederkommen und so haben wir auch Charakter gezeigt! Wir wollten das letzte Spiel gewinnen, wir wollten einige Tore schießen, wir wollten zeigen, was in uns steckt!

Sie haben drei Tore zum Sieg beigesteuert! Dabei ging es nur noch um die „Goldene Ananas“, die ein Fan auch demonstrativ hoch hielt.

Ich wünschte, dass wäre mir vor vier Monaten passiert – dann hätte ich daraus wohl viel Selbstvertrauen schöpfen können (lacht), aber so ist es schwer dieses Selbstvertrauen über eine Spanne von fünf Monaten zu konservieren, wenn es wieder losgeht! Es ist gut für Alex (Barta; schoss auch drei Tore) und für mich, mit einem positiven Gefühl in die Sommerpause zu gehen!

Was denken Sie über Ihre persönliche Leistung?

Ich denke, ich hätte noch etwas mehr zulegen können, und dann wären wir eventuell in der Endrunde! Ich habe mich, wie auch andere, unter einen zu großen Druck gesetzt! Und das kam halt dabei heraus! Ich habe alles gegeben, aber ich konnte dem Team nicht genug helfen! Ich wollte viel mehr machen, mehr Punkte produzieren, mehr Tore schießen, mehr Erfolg haben. Ich kam in die DEL, um zu zeigen, wer ich bin und was ich kann! Ich bin mit meiner Vorstellung in diesem Jahr eigentlich ganz zufrieden! Aber es gibt noch Dinge, die ich verbessern kann und daran werde ich arbeiten!

Nachdem die Saison jetzt so schnell und abrupt zu Ende ging – was werden Sie im Sommer machen?

(lachend) Zuerst werde ich mich mal ein wenig zurücklehnen, entspannen und nichts tun! Im Juni werden wir Nachwuchs bekommen – es wird also ein ereignisreicher Sommer! Ja, und dann heißt es, sich auf die neue Saison vorzubereiten, wir haben eigentlich keine Freizeit, wir können uns nur ein wenig ausruhen, wieder Kräfte sammeln und im September wieder vollkommen fit hier antreten. Es ist für uns schon ein Ganzjahresjob – wir müssen jetzt unseren Kopf wieder frei bekommen und uns körperlich erholen – und dann geht´s weiter!

Nächste Saison gibt es keine Olympiapause – der Spielplan wird nicht so eng sein!

In diesem Jahr war es schon irgendwie anders! Meine erste Saison mit einer Olympiapause! Das war schon etwas komisch, nicht nur körperlich, auch mental! Wir hatten eine lange Zeit keinen Spielbetrieb, das macht sich schon bemerkbar. Das soll natürlich keine Entschuldigung sein, dass wir die restlichen drei Spiele nicht alle gewinnen konnten. Olympia war schon eine tolle Sache – in Deutschland sein zu können, als das deutsche Team so ein grandioses Turnier gespielt hat! Aber alle Teams hatten mit den Widrigkeiten des Spielplans zu kämpfen!
Ihr erstes Jahr in Deutschland, in Düsseldorf – wie sieht Ihr Resümee aus?

Toll – großartig! Meine Lebensgefährtin und ich lieben die Stadt, die DEG, das Leben hier! Das war auch der Grund, warum wir zwei weitere Jahre hier unterschrieben haben! Auch abseits der Arena fühlen wir uns hier sehr gut aufgehoben, wir können sehr viel unternehmen, die Stadt ist schön, der Verein kümmert sich um uns, alles passt, wir sind sehr zufrieden!

Im nächsten Jahr könnten Sie einen neuen Headcoach haben – plädieren Sie dafür, oder sollte Tobias Abstreiter weitermachen?

Tobi(as) hat einen guten Job gemacht! Es ist nicht einfach den Verein kurz vor Schluss zu übernehmen. Er hat uns die ganze Zeit hervorragend geholfen, aber ich kann beim besten Willen nicht sagen, was im Sommer passiert. Ich bin hier um Eishockey zu spielen, unter wem auch immer. Ich habe auf jeden Fall großen Respekt vor ihm!

Meinen Sie, dass Sie Ihren Kopf von den Geschehnissen hier bis nach der Sommerpause vollkommen frei bekommen?

Das ist eine Gratwanderung – wir müssen aus unseren Fehlern lernen, dürfen uns aber nicht von ihnen fertig machen lassen! Wir haben zwar unser letztes Match gewonnen, aber es ist nicht leicht, andere Mannschaften noch drei weitere Wochen um die Meisterschaft spielen zu sehen. Das trägt nicht gerade zur Erheiterung bei!

Werden Sie die Playoffs im Fernsehen verfolgen?

Ich denke nicht, dass ich es mir antun werde, DEL Playoffs im Fernsehen zu verfolgen! Klar werde ich die Ergebnisse verfolgen, schon alleine wegen noch aktiven Freunden und Bekannten! Aber dieser Fernsehkanal wird nicht zu meinen Favoriten gehören!

Vielen Dank und bis zum September!
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Gast
05.09.2026 21:38 Uhr

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