Fischtown Pinguins fanden kein Mittel gegen Heilbronns spielerische Klasse
Verdiente Niederlage gegen die Falken
Bremerhaven. Nach 60 Minuten offizieller Spielzeit machte sich gestern bei den wieder gut 1800 Fans des REV Bremerhaven Ernüchterung breit. Die Mannschaft von Trainer Jamie Bartman hatte gegen die zuvor arg gebeutelten Heilbronner Falken nach einem insgesamt sehr guten und unterhaltsamen Eishockeysp
iel verdient mit 3: 5 verloren. Nach einer 2:0 Führung waren es individuelle Fehler und Unaufmerksamkeiten, die den Gast vom Neckar auf die Siegerstraße brachten. Zwar konnte Jarkko Varvio in der 47. Minute gegen die bis dahin mittlerweile in Führung gegangenen Neckarstädter nochmals ausgleichen, zum Sieg reichte es dennoch nicht. Unter dem Schlussstrich muss der Sieg der gestern groß aufspielenden Heilbronner, ihnen waren unter der Woche personelle Konsequenzen angekündigt worden, als absolut verdient bewertet werden. Der REV Bremerhaven ließ wieder einmal sein Körperspiel vermissen, agierte im Aufbau langsam und durchsichtig und ließ auch sonst zündende Ideen in der Offensive vermissen.
Dabei hatte alles so gut angefangen. Zu Beginn der Partie machten die Seestädter mächtig Druck auf das von Rudi Pejchar gehütete Tor und hatten eine Menge von guten Einschussmöglichkeiten. Auch die Gäste aus dem Schwabenland waren nicht untätig und erarbeiteten sich auch ihrerseits gute Möglichkeiten, die aber immer wieder ein gut aufgelegter Suvelo zunichte machte. In der 13. Minute dann grenzenloser Jubel im Eisstadion am Wilhelm Kaisen Platz. Nach einer Strafe gegen den ins Team der Heilbronner gerückten Milan Maruschka, war es Jason Becker, der mit einem seiner gekonnten Weitschüsse Pejchar keine Chance ließ. Zwar reklamierten die Gäste auf Lattentreffer, doch der Puck war klar und deutlich von der hinteren Torstange wieder ins Feld zurückgesprungen, was auch HSR Dahle klar erkannte und sich demnach keine weiteren Diskussionen einließ. Bis zum ersten Wechsel hatten beide Mannschaften noch Möglichkeiten das Resultat zu verändern.
Als im Mittelabschnitt, der REV erneut in Überzahl, Jarkko Varvio das 2:0 erzielte, schien sich ein Sieg der Seestädter anzubahnen. In der 31. Minute musste Suvelo zweimal Kopf und Kragen riskieren, um Schüsse von Khaidarov und Znarok zu parieren. Danach war es wieder der REV, der mit Vehemenz auf den dritten Treffer pochte und die ?Falken? förmlich im eigenen Drittel einschnürte. Als der Zeiger der Stadionuhr aber langsam die 35 Minutenmarke erreichte, leitete Patrick Vozar die Wende ein. Nach einem Gedränge vor dem Tor des REV konnte er völlig alleinstehend und ungedeckt über den bereits liegenden Suvelo die Scheibe im Tor der Hausherren unterbringen. Die "Bartmänner" wirkten nun nervös und hatten sichtlich Schwierigkeiten ins Spiel zurück zu finden. Dennoch, in der 36. Minute hätte Dzikowski nach einem Break das 3:1 machen müssen, scheiterte aber erneut an Pejchar. Um so bitterer für die Norddeutschen, als 24 Sekunden vor Drittelende der am kurzen Pfosten stehende Vozar auf Zuspiel von Znarok den Ausgleichstreffer markieren konnte.
Von derlei Geschenken zeigten sich die Heilbronner sichtlich eingeladen, weitere Attacken gegen das Tor der Heimmannschaft zu reiten. Konnte Suvelo in der 42. Minute noch gegen Vit in einer 1:1 Situation retten, eine Minute später war auch er machtlos. Michael Hackert umspielte die gesamte Abwehr und ließ es sich nicht nehmen, sein Solo mit dem Führungstreffer für die Gäste abzuschließen. Noch gab sich der REV aber nicht geschlagen. Nach einer Strafe gegen Gorgenländer, war es erneut Varvio, der in Überzahl auf Zuspiel von Dzikowski den Ausgleich erzielte. Der psychologische Moment schien nun auf Seiten der "Pinguine", doch ein weitere Unachtsamkeit brachte die Heilbronner ins Spiel zurück. Nachdem sich der zu weit aufgerückte Travnicek überspielen ließ, war es Suvelo, der aus dem Tor eilend versuchte zu klären die Scheibe jedoch nicht vor Semenchenko in Sicherheit bringen konnte. Dessen Pass auf Vozar bedeutete die erneute Führung für die Gäste, die nun in Folge kluges Defensivverhalten demonstrierten. An der blauen Linie stehend erwarteten sie die Angriffe des REV und blieben zudem durch Konter gefährlich. Als Trainer Bartman alles riskierte und Suvelo vom Eis nahm, war es Vit, der mit seinem "empty net goal" den "Pinguinen" den Fangschuß setzte.
Der REV musste auch gestern Abend wieder erkennen, dass man gegen spielerisch überlegene Mannschaften nur dann zum Erfolg kommen kann, wenn man konsequent über sechzig Minuten Körperspiel demonstrieren kann. Bereits am morgigen Sonntag haben die Schützlinge von Trainer Bartman die Gelegenheit, die treuen Fans des REV mit einem Auswärtssieg in Bad Tölz zu versöhnen. Hierzu bedarf es aber keines Propheten um vorherzusagen, dass dieses Unterfangen alles andere als leicht werden dürfte.
Mannschaftsaufstellung: Tor: Suvelo, Baader, 1. Verteidigung: Holden Witthohn, 2. Verteidigung: Hard, Michel 3. Verteidigung: Travnicek, Ahrens, 1. Sturm: Varvio, Schnobrich, Dzikowski, 2. Sturm: Schönfeld, Tuomie, Kraft, 3. Sturm: Luknowsky, Kasperczyk, Pysz, 4. Sturm: Stasiuk, Streu, Furchner , Polacek kam in der 2.u.3. Reihe zum Einsatz
Tore: 1:0 (13. Min.) Becker, Hard, Stasiuk (REV Überzahl) 2:0 (27. Min.)Varvio, Becker, 2:1 (32.Min.)REV Überzahl 2:1 (34. Min.) Vozar, Semenchenko, Buril 2:2 (39.Min.) Vit, Znarok, Khaidarov, 2:3 (43. Min.) Hackert, Semenchenko, 3:3 (47. Min.) Varvio, Dzikowski, Stasiuk, (REV Überzahl) 3:4 (50. Min.) Vozar, Semenchenko, 3:5 (60.) Vit, Znarok, Khaidarov "empty net goal"
Zuschauer: 1800
Strafen: Bremerhaven 10 - Duisburg 16
Hauptschiedsrichter: Dahle (Berlin)
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