EHC Klostersee: Wie gewonnen, so zeronnen
Sechste Pleite, sechstes Mal Vorsprung nicht verteidigt
Es ist nicht zu fassen: Über 45 Minuten lang war der EHC die tonangebende Mannschaft in Geretsried und führte mit 3:1 Toren. Doch dann glitt der sicher geglaubte Sieg aus den Händen. Mit 4:5 (2:0, 1:1, 1:4) Toren unterlagen die Schützlinge von Trainer Jiri Neubauer den Riverrats. Die sechste Niederl
age bedeutete gleichzeitig, dass der EHC zum sechsten Mal einen Vorsprung nicht verteidigt hatte bzw. dieser nicht zu einem Drei-Punkte-Sieg reichte.
Neubauer nahm nach der Pleite kein Blatt vor den Mund. "Momentan funktioniet bei uns nur der erste Block ? und das ist auf Dauer einfach zu wenig.
Zwei Drittel lang waren wir die bessere Mannschaft mit den klareren Chancen", erklärte der Tscheche, der ebenso wie das Team in der Kabine, wie ein Häufchen Elend im Presseraum saß. "Wir haben nie aufgegeben und zum Schluss gekämpft wie die Löwen ? a la bonneur", lobte dagegen TuS-Coach Hans Rothkirch die Seinen. In Geretsried brachen ? wie schon gegen Füssen - im Schlussdrittel alle Dämme bei den Rotweißen. Die Hintermannschaft, die 40 Minuten praktisch nichts anbrennen ließ, wurde plötzlich zum Schwimmverein. Den Gastgebern gelangen zwischen der 45. und der 58. Minute vier Treffer. Goalie Florian Hochhäuser, oftmals sträflich von seinen Vorderleuten alleine gelassen, konnte einem bei den Gegentoren von Schädler (45.), Schneider (52.), Demmel (55.) und Jirik (58.) leid tun.
Da half es auch nichts mehr, dass einerseits Petr Zajonc mit seinem vierten Treffer seine Mitstreiter in der 54. Minute wieder mit 4:3 in Führung geschossen hatte, und andererseits, dass Neubauer Hochhäuser vom Eis nahm und der EHC in einer 6:3-Situation aufs Tor drängte ? der Ausgleich fiel nicht mehr. ?Die unglücklichen Niederlagen haben ihre Spuren hinterlassen bei der Mannschaft.
Jetzt sehen wir die Folgen?, meinte Neubauer nachdenklich. "Vielleicht war die Euphorie vor der Meisterrunde zu groß. Auf jeden Fall müssen wir uns das verlorene Selbstvertrauen wieder zurückholen", ergänzte er.
Bis zur 39. Minute, bevor das Unglück seinen Lauf nahm, hatte sein Team dieses Selbstvertrauen noch gehabt: In jener Minute brachte Petr Zajonc nach einer wunderschönen Passtaffette über Sicorschi und Porak die Gäste mit 3:1 in Führung. Wohl die wenigsten der 448 Zuschauer, darunter 70 mitgereiste EHC-Fans, glaubten zu diesem Zeitpunkt noch an einen Sieg der Hausherren. Zu überlegen agierten die Grafinger an diesem Abend, einfach läuferisch reifer als die TuSler. Diese hatten dagegen bis dato eine schwache Leistung abgeliefert und überhaupt nicht zu ihrem Spielrhythmus gefunden.
Petr Zajonc in der 3. und 15. Minute (in Überzahl) hatte schnell für die wichtige 2:0-Führung gesorgt, bei zwei weiteren Alleingängen seinerseits und denen von Porak und Ruprecht hätten weitere Treffer folgen können. Die Gastgeber hatten außer zwei Pfostenschüssen in der vierten Minute und einem Überzahltor zum 1:2 durch Curth (15.) nichts entgegen zu setzen. Alles deutete auf einen klaren Grafinger Erfolg hin. Bis zur ominösen 45. Minute .Dann kam alles ganz anders?
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