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Olympische Spiele 2006 23.02.2006, 00:16

Die zweifelnde Nation

Kanada leidet unter dem Viertelfinal-Aus seines Teams

Momentaufnahme in einer Maschine der "Air Canada" auf dem Weg von Frankfurt nach Calgary: An Bord befinden sich viele Kanadier auf dem Heimweg nach Calgary oder Umgebung. Über der Hudson Bay in 11.000m Höhe meldet sich der Kapitän mit einer wichtigen Durchsage an die Passagiere. "Hier noch ein Ergebnis vom Eishockey-Viertelfinale in Turin. Kanada gegen Russland ... Endstand 0:2" - ein Raunen geht durch die Reihen. Neben mir fasst sich ein etwa 40-jähriger Mann mit der flachen Hand auf die Stirn und flüstert: "Oh mein Gott."

Die meisten europäischen Fluggäste können die gespenstische Ruhe in der Kabine in diesem Moment nicht verstehen. Doch für Kanada ist das Abschneiden seines Olympia-Teams im Eishockey ein Desaster. Das begann schon, als man in der Vorrunde gegen die Schweizer den Kürzeren zog.

Wenig später: Die Lobby eines Hotels in den kanadischen Rockies, nicht weit vom eishockeyverrückten Calgary entfernt. Auf dem von der Decke herabhängenden Fernseher ist Sport zu sehen. Eishockey natürlich. Eine Hand voll Touristen, natürlich überwiegend Kanadier verfolgen mit sorgenvoller Miene die zusammengeschnittenen Bilder vom Viertelfinale ihrer Mannschaft gegen die Russen. Zur "Prime Time" im kanadischen Sender CBS wird das zwischen den Werbeblöcken wieder und wieder gezeigt. Dann wird Kanadas Teamchef Wayne Gretzky auf der Tribüne eingeblendet. Auch er reibt sich mit der flachen Hand das Gesicht. Fast in einem grotesken Reflex tun es ihm die Männer in der Hotel-Lobby gleich. Dann kommen die Männer ins Gespräch. "In den letzten zwölf Dritteln haben wir nur in einem Drittel Tore geschossen. Das sagt doch alles", analysiert ein älterer Herr im Skianzug messerscharf. Gleich ein Dutzend Gründe für das Abschneiden der "Ahornblätter" werden dann wild diskutiert. Und an Teamchef Wayne Gretzky, dessen Image schon wegen der "Wett-Affäre" gelitten hat, wird kein gutes Haar gelassen. Man zweifelt. Und Zweifel sind in Kanada selten wenn es um Eishockey geht.

In einem Land wie Kanada sind die Ansprüche an die Leistung des Nationalteams bei Olympia unglaublich hoch. Vor allem dann, wenn man wie dieses Mal ein absolutes A-Team auf das Eis bringen konnte. Kanada spielt Eishockey auf internationaler Tribüne, um zu gewinnen und nicht um nur dabei zu sein. Geht das schief, leidet die Eishockey-Nation Nummer eins der Welt furchtbar. Das ist, als drohe den Brasilianern ein Scheitern in der Qualifikation der Fußball-WM.

Dabei zeigen sich viele Kanadier erstaunlich engstirnig. Dass auch andere große Nationen wie Tschechien und eben Russland Eishockey spielen können, wissen sie. Doch besser als Kanada dürfen sie nicht sein. Sonst gibt es eine nationale Krise - so wie jetzt. Gut, dass am 28. Februar die NHL wieder los geht. Das verschafft Ablenkung von der Turiner Schmach.
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06.05.2026 18:59 Uhr


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