Favoritensiege bei den Frauen
Deutschland mit Niederlage gegen Finnland
Die - durchaus auch von der Höhe her - erwarteten Ergebnisse brachte der erste Spieltag des Olympischen Frauenturniers. Im Eröffnungsspiel unterlag die deutsche Mannschaft den Finninnen mit 0:3 (0:2, 0:0, 0:1). Die andere Partie der deutschen Vorrunde endete mit einem 6:0 (1:0, 1:0, 4:0) der USA gegen die Schweiz. In Gruppe A erlebte das drittklassige Italien gegen Turnierfavorit Kanada mit dem 0:16 (0:5, 0:4, 0:7) das befürchtete Debakel und stellte die Praxis, das Gastgeberland auf Kosten eines nicht qualifizierten Landes des Welt-A-Pools mitwirken zu lassen, erneut sehr in Frage. Im vierten Spiel schlug Schweden die Russinen mit 3:1 (0:0, 2:1, 1:0).
Bereits im ersten Turnierspiel ging es für die deutsche Mannschaft ins richtungsweisende Spiel gegen Finnland. Ein Sieg würde erstmals die Chance bedeuten, um die Medaillenvergabe mitreden zu können, bei einer Niederlage bliebe die bisherige Hierarchie in der Fraueneishockeywelt gewahrt, die den skandinavischen Ländern die nächsten Plätze hinter den Nordamerikanerinnen vorbehält. Das Team von Bundestrainer Peter Kathan begann gut und hatte die Skandinavierinnen bis zu deren Führung durch Mari Pehkonen (8:15 Min) gut im Griff. Selbst der Rückstand wurde gut verkraftet. Aber als sich eine halbe Minute, nachdem Stephanie Frühwirt in einer strafzeitenarmen Partie auf die Strafbank musste, gerade die erfahrensde deutsche Spielerin, Kapitänin Christina Oswald, ebenfalls eine Strafzeit fing, fiel die Vorentscheidung. Heidi Pelttari nutzte einen Abpraller aus der Halbdistanz zur Vorentscheidung (17:02 Min.).
Im zweiten Drittel gelang es den Deutschen dann nur noch selten, eigene erfolgversprechende Angriffe zu starten. Die sich abzeichnenden bzw bietenden Chancen wurde vergeben. Schusspech hatte dabei Maritta Becker, die mit ihren Schüssen die finnische Torfrau mehrmals zu Unsicherheiten zwang, die jedoch von keiner Mitspielerin genutzt werden konnten. Den Finninnen gelang in diesem Spielabschnitt zwar auch kein Treffer, allerdings gelang es ihnen bereits in diesem Drittel, sich phasenweise powerplayähnlich in der deutschen Spielhälfte festzusetzen.<
Statt zu Beginn des Schlussabschnitts ein Powerplay zum Anschlusstreffer nutzen zu können, schenkte Deutschlands Kapitän Oswald den Finninen den Treffer zum Endstand. Unbedrängt spielte sie im eigenen Drittel gleich zweimal einer Finnin den Puck zu. Während sie beim ersten Versuch noch Glück hatte und wieder in Scheibenbesitz kam, wurde ihr zweiter Fehlpass von Marja Palvila eiskalt zum 3:0-Endstand ausgenutzt.
Am heutigen Sonntag kommt es bereits zum zweiten Spiel der deutschen Frauen. Dort geht es gegen die USA, die zusammen mit den Kanadierinnen die Topfavoriten auf den Olympiasieg sind. Die Amerikanerinnen mussten im ersten Spiel gegen die Schweiz lange kämpfen, um letztlich doch deutlich mit 6:0 zu gewinnen. Wie bereits in den letzten Aufeinandertreffen der beiden Teams gab erst das letzte Drittel den Ausschlag gegen die Schweiz, die nach 40 Minuten nur 0:2 zurücklag.
Die Schweiz greift erst am Montag, dann gegen Finnland, wieder ins Turnier ein. Am Dienstag gibt es dann das Nachbarschaftsduell zwischen Deutschland und den Eisgenossinen, das darüber entscheiden wird, wer in den Überkreuzspielen das einfachere Spiel gegen den sicheren Vierten der anderen Vorrundengruppe, das drittklassige Italien, bestreiten darf, um ins Platzierungsspiel um Platz Fünf einzuziehen.
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