Das Ende der Enthaltsamkeit?
Augsburger Panther spüren Aufwind im finanziellen Bereich
Mit den Augsburger Panthern beginnen wir bei EISHOCKEY.INFO heute unsere Vorschau-Serie für die Vereine der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Vielleicht wird sich mancher Leser fragen, warum wir mit einer vermeintlich "grauen Maus" der Liga beginnen. Nein, das Alphabet und der Anfangsbuchstabe der Stadt Augsburg haben daran keine Schuld. Es lohnt sich vielmehr, genauer hinter die Kulissen des Fuggerstädter DEL-Teams zu schauen. Denn dort hat sich in den letzten Monaten viel getan.
Ja, es stimmt: Die spannendsten Veränderungen spielen sich im wirtschaftlichen Umfeld der chronisch klammen Panther ab. Trotzdem man zumindest mit heutigem Stand mal wieder mit "blanker Brust", also ohne echten Hauptsponsor dasteht, konnten die Einnahmen im Sponsorenbereich schon jetzt gesteigert werden. Neue Partner kamen hinzu und bestehende Unterstützer haben ihr Engagement aufgestockt.
Eine weitere wichtige Rolle in den administrativen Planungen des Clubs spielt der sich nun endlich dem Ende zuneigende Umbau des Curt-Frenzel-Stadions, das nach jahrelangen nervtötenden Bauaktivitäten seine Entwicklung vom "zugigsten Eisstadion der Welt" hin zu einem geschlossenen Eishockey-Schmuckkästchen nun fast vollendet hat. Zwar können die Fans auf der Panther-Homepage über die Webcam mitverfolgen, dass bis zum ersten Heimspiel noch einiges zu tun ist, doch mit einem konkurrenzfähigen Stadion winken den Panthern jetzt steigende Einnahmen aus der VIP-Hospitality, der Stadionwerbung und natürlich aus den Eintrittskartenverkäufen selbst. Die insgesamt über 30 Millionen Euro, die in das "CFS" investiert wurden, sollen sich schließlich auszahlen. Für die Stadt und den Verein. Das schafft Spielräume, die das Management der Panther, das kürzlich um Ex-Torhüter Leo Conti erweitert wurde, bislang nicht hatte.
Ein bisschen kann man das auch schon am Kader für die kommende Saison ablesen, denn insbesondere im Sturm haben die Augsburger zwei erfahrene und bekannte Cracks an Land gezogen. Ivan Ciernik und vor allem Ryan Bayda, der aus Nürnberg kam, können wichtige Verstärkungen für die Mannschaft von Trainer Larry Mitchell werden. Früher war es ja eher so, dass Augsburg mit viel Scouting-Aufwand in Nordamerikas Ausbildungsligen die "Rohdiamanten" verpflichtete, die bei den Panthern meist groß einschlugen, sich dann aber schnurstracks an die "Fleischtöpfe" anderer DEL-Großstadtclubs verabschiedeten. Dass man heute in der Lage ist, zum Beispiel einen Peter MacArthur zu halten, zeigt zumindest zaghaft eine Zeitenwende an, auch wenn Augsburg natürlich weiterhin zu den eher schmal budgetierten Clubs der Liga gehört. Einen "Rohdiamanten" haben die Panther allerdings auch in diesem Sommer wieder verpflichtet. Zumindest verspricht man sich von Stürmer Mike Connolly (24), der von den Lake Erie Monsters kam, perspektivisch eine ganze Menge.
Insgesamt haben die Fans in der Stadt also Grund zum Optimismus. Platz acht - so wie in der Vorsaison - sollte auf jeden Fall erreichbar sein.
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