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DEL-Wochenendrückblick: Vollkommen unvollkommen

Erste Clubs bessern ihre Kader nach

Man sollte meinen: Mit dem Startschuss für die DEL-Saison haben die Vereine ihre Kaderplanungen abgeschlossen und sind für (fast) alle Eventualitäten wie Verletzungen oder auch Formschwächen einiger Cracks gerüstet. Doch weit gefehlt! Schon nach wenigen Spielen müssen einige Clubs wieder auf dem Transfermarkt zuschlagen. Aber das ist keine Schlamperei, sondern knallhartes Kalkül.

So haben die Grizzly Adams Wolfsburg nach der zugegeben tragischen Langzeitverletzung ihres Leistungsträgers Greg Moore mit Brent Aubin umgehend Ersatz verpflichtet. Doch nicht immer liegt für Transfers im ersten Saisondrittel ein so plausibler Grund vor. Fakt ist: Immer öfter halten die Clubs noch Lizenzen in ihrem Kader frei und gehen zum Saisonstart mit einer suboptimalen Personaldecke große Risiken ein. Doch die Divise "Wer nicht wagt, der nicht gewinnt" passt hier wie die Faust aufs Auge. Nur wer zu Saisonbeginn noch Platz in der Kabine und Geld auf dem Konto hat, kann auch die echten Schnäppchen oder Top-Transfers machen. So sind die Iserlohn Roosters mit Sicherheit nicht erst seit gestern am Deutsch-Kanadier Colton Teubert interessiert. Auch Mannheim wird der Name Simon Gamache nicht erst vor einigen Tagen durch die Notizblöcke gehuscht sein. Und viele weitere Verpflichtungen werden in den nächsten Tagen und Wochen noch kommen. Hier geht es zum Beispiel um Spieler, deren Agenten abwarten, ob sich ein NHL- oder KHL-Engagement abzeichnet, ob nicht vielleicht doch noch ein lukratives Angebot aus der Schweiz kommt. Ist das nicht der Fall, werden die Spieler einem größeren Kreis angeboten oder tun dies selbst. Dabei sinkt dann der Marktwert, die Profis werden zum "Schnäppchen" und mancher Verein kann sich so auch mit einem schmalen Budget mal einen Hochkaräter leisten - zumindest bis zum Saisonende.

Sieht man sich nun mal die aktuelle Situation in der Liga an und wirft man hier besonders einen Blick auf die großen "Problemkinder", so kann man fast phophetenhaft erahnen, wo die nächsten Neuverpflichtungen an Land gezogen werden. Beim Schlusslicht Düsseldorf scheint dies aus finanziellen Gründen weitgehend ausgeschlossen. Die DEG steht dort, wo man sie erwartet hat und das ist auch gar kein Problem, denn das Überleben ist in Düsseldorf derzeit schon die gute Nachricht. Beim Deutschen Meister in Berlin dagegen ist es schon eher denkbar, dass das Management den einen oder anderen Not-Transfer einleitet. Zwar ist es noch viel zu früh um die Eisbären nach dem punktlosen Wochenende und dem Sturz auf Platz zwölf abzuschreiben. Doch sind die Defizite im Sturm wie in der Verteidigung offensichtlich. Beim Anschütz-Bruderclub in Hamburg wird es dagegen wohl erstmal intern zum Umdenken kommen. Der Kader der Freezers wurde bereits deutlich verstärkt, nun wartet man (noch) auf die Erträge. Auch Schwenningen, Augsburg oder Straubing sind Kandidaten für Last-Minute-Transfers. Ihre Kader sind entweder klein oder noch ergänzungsbedürftig.

Und diese "Unvollkommenheit" ist wie gesagt gar keine Schande, sondern eine Chance. Der Nachteil an dieser Praxis ist natürlich: Die ohnehin schon schwierige Identifikation der Fans mit ihrem Team wird dadurch noch zusätzlich behindert. Im schlimmsten Fall werden die Spieler, die noch verpflichtet werden, zu Gastarbeitern, die gerade mal ein paar Monate für den jeweiligen Verein auflaufen. Aber wenn sich das Zocken eben lohnt, soll es auch den Fan erfreuen. Denn niemand ist vollkommen, aber alle wollen es werden.
Stand: 30.09.2013, 17:03 Uhr
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Gast
15.06.2026 19:44 Uhr


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Kommentare (2)
30.09.2013, 22:25 Uhr
Haiefan4
Zum Thema Köln: Die Verteidigung steht soweit eine gut Mischung, was sowohl Alter der Spieler angeht als auch die Nationalität. Im Angriff wurden wir durch den Abgang von Schütz geschwächt und Marcel Müller wird dieses Loch nicht stopfen können. Der Spielstil ist ein komplett anderer. Die Kreativi...
Weiterlesen Bewerten:0 

30.09.2013, 19:47 Uhr
eishockeyfan (Gast)
artikel ist gut und was wahres dran. speziell im fall mannheim kann ich nur sagen das der kader definitiv nicht zu klein war zu saisonbeginn..von verletzungen ist niemand geschützt, aber dafür haben wir genug förderlizenzspieler, die ihre sache richtig gut machen. nur wenn es ein enger spielstand gi...
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