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Adler Mannheim 21.12.2018, 14:06

"Die Chemie untereinander stimmt einfach"

Interview mit Mannheims Markus Eisenschmid


Markus Eisenschmid.
Markus Eisenschmid.
Foto: City-Press/DEB.

Interview Der rechtsschießende 23-jährige Center fand Anfang der Saison nach zwei Jahren in der Juniorenliga WHL bei den Medicine Hat Tigers und drei Spielzeiten in der AHL (American Hockey League - St. John's Ice Caps + Laval Rocket) den Weg zurück nach Deutschland, wo er sich den Mannheimer Adlern anschloss. Mit ihm sprach EISHOCKEY.INFO Mitarbeiter Ivo Jaschick:

Sie haben zwei Schwestern und denen haben wir zu verdanken, dass Sie zum Eishockeysport gekommen sind? 

Ja, mehr oder weniger! Meine große Schwester ist jetzt 25 Jahre alt, während meine "kleine" jetzt 22 geworden ist. Meine ältere hat dann angefangen mit dem Schlittschuhlaufen und ich habe es ihr dann nachgemacht. Sie hat dann auch zuerst mit dem Eishockey angefangen - ich bin dann schon bald nachgezogen und die jüngste hat uns dann nachgeeifert! Aber eigentlich war unser großer Bruder der Initiator, der aber relativ schnell aufgehört hat.

Jeder hat eigentlich ein Idol, zu dem er/sie aufschaut - wer war Ihr großes Vorbild?

Och, da gab es ein paar! Ich war früher ein Detroit Red Wings, sowie Pittsburgh Penguins Fan - das heißt, ich habe immer zu Steve Yzerman, Brendan Shanahan und Mario Lemieux aufgeschaut. Damals habe ich ja noch nicht so viel mitbekommen, das Internet war noch nicht so fortgeschritten wie heute, aber ich bekam dann von einem Freund "NHL 2002" - da war ich dann immer einer von den dreien! Nein, ich kann nicht mehr sagen, mit wem ich am erfolgreichsten war!

Als Teenager gingen Sie über den großen Teich, spielten zuerst in der Juniorenliga WHL (Medicine Hat Tigers) und dann für die AHL Teams St. John´s Ice Caps und Laval Rockets!

Medicine Hat ist eine kleine Stadt, was natürlich Vorteile für ein Juniorenteam hat. Die Mannschaft kommt enger zusammen, wir hatten auch eine super Truppe beisammen und konnten uns voll auf das Wesentliche beschränken. Meine zwei Jahre dort (2013 - 15) haben mir wirklich sehr viel gebracht, es war wirklich eine gute Vorbereitung auf meine Zeit jetzt als Profi! Ich würde diesen Schritt jederzeit wieder machen!

Der Übergang vom amerikanischen Eishockey zum DEL Eishockey in Mannheim wurde Ihnen durch die Weltmeisterschaftsteilnahme in Dänemark versüßt!

(Bundestrainer) Marco (Sturm - jetzt LA Kings) hatte mich schon kontaktiert gehabt, kam dann nach Montreal, als ich für die Rockets gespielt habe. Leider war ich verletzt, aber Marco nutzte die Gunst der Stunde, da mit Tobias Rieder noch ein anderer Nationalmannschaftskandidat mit seinem Team in Montreal gastierte. Marco und ich schauten uns das Spiel an und er meinte, dass falls mein Team die Playoffs nicht erreichen sollte, würde er mich gerne zur Vorbereitung einladen. Da musste ich mich dann halt beweisen und ich bin mehr als froh, dass es geklappt hat!

Warum haben Sie dann den Weg in die DEL nach Mannheim gewählt? Sahen Sie keine Chance mehr in die NHL zu kommen?

Momentan vielleicht! Ich hatte in meinen ersten drei Jahren als Profi ein wenig Verletzungspech und da habe ich mir gedacht, dass ich einfach mal einen Tapetenwechsel brauche, etwas Neues, um neuen Wind in meine Karriere zu kriegen. Ich bin auch froh, dass ich diesen Weg eingeschlagen habe, weil ich im Augenblick einfach nur happy bin - alles passt hier! Der Traum NHL ist noch nicht vorbei, gebe ich ganz offen zu, aber im Nachhinein betrachtet, war es der richtige Schritt!

Der größte Unterschied zwischen dem amerikanischen und hiesigen Eishockey ist die Größe der Eisfläche!

Ja! Drüben wird aus diesem Grund auch härter gespielt. Checks werden zu Ende gefahren, die Verteidiger sind enger, schneller bei einem. Manchmal geht man nicht mehr hin, aus Angst nicht mehr auf der defensiven Seite zu sein und ein Loch aufzumachen. Aber auch hier ist es Eishockey und ich denke, dass die DEL eine richtig gute, ja hochklassige Liga ist, in der schnell und mit viel Taktik und System gespielt wird. Es tummeln sich hier auch viele exzellente Spieler, die das Niveau der Liga auch anhebt!

Mit welcher Eisfläche kommen Sie persönlich am besten zu Recht?

Das ist schwer zu sagen. Auf der großen Eisfläche bin ich groß geworden, aber ich habe vier Jahre auf der kleineren gespielt und kann mein Spiel auch dort aufziehen! Im Endeffekt ist es das gleiche Spiel, es muss nur ein wenig schneller geschehen. Da sehe ich kein Problem!

Wie würden Sie Ihren Spielstil beschreiben?

Ich glaube, ich bin ein Zwei-Wege-Stürmer. Ich bin überzeugt, dass ich sowohl in der offensiven, als auch in der defensiven Zone meinen Mann stehen kann. Ich habe einen guten Schuss, bin ein ganz guter Schlittschuhläufer, kann forechecken, die Verteidiger unter Druck setzen! Wenn ich die Scheibe habe ist es an der Zeit meine Schnelligkeit auszunutzen oder einfach meine Übersicht einzusetzen.

Sie können jetzt respektable 21 Skorerpunkte aufweisen - 9 Tore und 12 Assists!

Ja, ich bin auch zufrieden. Was aber viel wichtiger ist, dass wir als Team auftreten und das haben wir heute getan. Jeder hat seinen Beitrag dazu geleistet - das ist das Wichtigste!

Sie bilden mit Garrett Festerling und Chad Kolarik eine Furcht verbreitende Sturmformation!

Es sind zwei super Spieler! Chad und Festi sind schon über Jahre bekannt und gefürchtet. Festi ist ein unheimlich harter Arbeiter. Ich glaube einfach, dass wir drei uns super ergänzen. Wir geben uns untereinander die Scheiben und es spielt keine Rolle, wer vollstreckt! Die Chemie untereinander stimmt einfach! Wir konnten das bisher beweisen und so kann es ruhig weitergehen!

Momentan regieren, dominieren Ihre Adler die Liga - können Sie Ihr Team 18/19 mal kurz analysieren?

Fange ich hinten an:  Es ist vollkommen egal, wer im Tor steht, ob Dennis Endras oder Chet (Pickard), beide sind mehr als solide - sie geben uns den nötigen Rückhalt! 

Unser Verteidigungsriegel ist schwer zu knacken. Ich habe mit vielen Leuten aus der Liga gesprochen, die gesagt haben, dass es keinen Spaß macht gegen uns spielen zu müssen, da wir viele große Verteidiger haben, die auch hart spielen und die Scheiben so verteilen, dass wir Stürmer vorne direkt in guten Positionen sind. 

Damit sind wir bei uns, bei den Stürmern: Wir laufen, wir versuchen uns anzubieten, wir schließen Löcher, wir betreiben Forechecking und probieren die Pucks so oft es geht im gegnerischen Netz unterzubringen. Wir können in der Offensive viel kreieren! Kurzum - wir sind ein hart arbeitendes, talentiertes Team und haben die besten Voraussetzungen, um erfolgreich zu sein!

Danke und viel Erfolg weiterhin!


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Gast
16.01.2019 20:04 Uhr


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