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Kölner Haie 01.02.2018, 20:50

"Gott weiß warum!"

Interview mit Kölns Daniar Dshunussow

Daniar Dshunussow.
Daniar Dshunussow.
Foto: City-Press.
Interview Daniar Dshunussow, (*12. März 1986) durchlief alle Nachwuchs-Abteilungen der Eisbären Berlin bis ins DEL Team. Am 4. Januar 2005 wurde er zum jüngsten Starting-Goalie der Eisbären, der ein Spiel gewann, als er half die DEG mit 5:2 zu besiegen. Über Hamburg, Wolfsburg und Iserlohn kam er als Backup zu den Kölner Haien, wo er mit dem Schweden Gustav Wesslau den „Torhüter der Saison 2016/17“ vor sich hat. Vor der Olympiapause hatte Ivo Jaschick von EISHOCKEY.INFO die Gelegenheit zu einem Gespräch mit dem 31-Jährigen:

Sie kamen 2015 von den Iserlohn Roosters in die Domstadt zu den Haien – als Backup von Gustav Wesslau, der ja als "Vielspieler" gilt. 

Zu der Zeit, als ich gewechselt bin, da war noch Niklas Sundblad Trainer der Haie!  In einem Gespräch teilte mir Niklas (Sundblad) mit, dass eine erfolgreiche Mannschaft über zwei gute Torhüter verfügen muss. Und so stellte er mir 10 – 15 Spiele pro Saison in Aussicht.  Und es fing auch in den ersten drei Monaten sehr gut an, so gut, dass ich noch unter Niklas meinen Vertrag gleich um zwei weitere Jahre verlängert habe. Doch dann hat der Verein die sportliche Führung, nachdem ich unterzeichnet hatte, ausgetauscht und mit ihr dann auch die Backup – Philosophie. Aber ich bin ein erwachsener Mann und weiß, dass im Leben nicht immer alles perfekt läuft! Außerdem bin ich der Überzeugung, dass der ‚Liebe Gott‘ schon wissen wird, warum! Der Gustav spielt halt so lange er kann – obwohl ich in dieser Saison schon einiges mehr an Minuten bekommen habe, weil er verletzt war, oder auch weil das ein oder andere Spiel dabei war, in dem der Torhüter getauscht wurde, sprich der Backup eingewechselt wurde! Aber ich bin jetzt in dieser Situation und muss, werde damit auch klar kommen.
War es für Sie nicht so etwas wie ein Schlag ins Gesicht, dass, als die etatmäßige Nummer 1, Wesslau, sich verletzt hat, direkt der NHL und KHL erfahrene Justin Peters verpflichtet wurde? Ohne Ihnen eine Chance zu geben!

Ja, das schon, aber man muss den Verein auch in dieser Situation verstehen, denn es war klar, dass Gustav lange ausfallen würde. Die sportliche Leitung hätte natürlich sagen können: "Okay Daniar, wir geben dir jetzt deine Chance!" Hätte ich aber nicht die Erwartungen erfüllt, die sie in mich gesteckt hätten, hätten sie dann einen guten Goalie finden müssen. Da aber just zu dem Zeitpunkt Justin Peters auf dem Eishockeymarkt zu haben war, kann man schon nachvollziehen, dass so gehandelt wurde! Ich habe es aus diesen Gründen n i c h t als einen Affront gegen mich gewertet. Ich war aber, dass muss ich ganz offen zugeben, doch ein wenig enttäuscht und traurig, dass ich dann gar keine Chance mehr bekommen habe, obwohl ich eigentlich gar keine so schlechte statistische Werte hatte. Dann war halt der Justin (Peters) gesetzt!

Wie würdest du den Job eines Backup beschreiben?

Man muss schon mit ein wenig Stolz in die Sache hineingehen. Man kann sich selbst entscheiden, ob man die Rolle mit Stolz ausführt, oder halt nicht! Es kann halt sein, dass ich während des Spiels mal eingewechselt werden muss – man weiß ja nie, und dann möchte ich auch fit sein! Deswegen wärme ich mich vor jedem Spiel auch sehr gut mit unserem Fitness-Trainer Arne (Greskowiak) auf, damit wenn ich mal mitten im Spiel rein muss, meine Muskulatur schon auf „Betriebstemperatur“ ist, und ich dann nur ein paar Sekunden brauche, um dann spielbereit zu sein!

Dann versuche ich natürlich auch gute Stimmung zu verbreiten, einen Spieler, der gerade eine nicht so gute Phase durchläuft, wieder aufzubauen, sein Selbstbewusstsein zu stärken. Außerdem führe ich auch noch Statistiken.

Wie ist das eigentlich, drei Goalies – zwei Plätze! Herrscht zwischen Ihnen so etwas wie gesunde Rivalität?

Ach, wissen Sie, wir sind alles Familienväter, wir wissen schon, dass wir alle miteinander super sportlich und respektvoll umgehen sollten. Die Entscheidung, wer von uns dreien aufläuft, treffen nicht wir sondern die Trainer. Jeder von uns kann seine Visitenkarte halt nur während der Trainingseinheiten abgeben – und der Rest liegt in der Hand des Trainerstabs. Dass sich die Torhüter untereinander ankeifen, das kenne ich eigentlich nur aus dem Nachwuchs!
Wie ist die Sicht des Torhüters auf der Bank? Reagieren Sie auch bei Schüssen, denken Sie, den hätte ich auch nicht gehabt, oder wie verfolgen Sie die Spiele?

Nein, solche Gedanken mache ich mir nicht! Ich konzentriere mich auch auf meine Aufgaben, wie ich gerade schon erwähnte, mache ich das Statistikboard und dem gilt dann meine ganze Aufmerksamkeit. Fallen viele Tore, macht man sich halt auch Gedanken, was man hätte anders machen können!

Jetzt kommt erst mal die Olympiapause! Was machen Sie in dieser Zeit?

Wir haben jetzt erst einmal eine Woche komplett frei! Danach haben wir wieder Training mit einem freien Tag zwischendurch. Die freie Woche werde ich zuhause in Hennigsdorf bei Berlin, wo ich auch herkomme, verbringen!

Viel Spaß!
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Gast
18.10.2021 08:45 Uhr


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Kommentare (1)
03.02.2018, 08:01 Uhr
aidshu (Gast)
👍👍👍 Viel Glück, Daniar, und es geht weiter! Toi, toi, toi!!! 🙏🙏🙏
Bewerten:2 


Kölner Haie 10.10.2021, 11:43

"Tut natürlich gut!"

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Alexander Oblinger.
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