Bremerhaven gewinnt in Wolfsburg mit 4:3 nach Penalty-Schießen
Dramatisches Spiel im Schlussdrittel
Wolfsburg/Bremerhaven. Der Eishockey-Zweitligist REV Bremerhaven hat gestern Abend nach einer grandiosen Leistung das Nord-Derby beim EHC Wolfsburg mit 4:3 (2:1, 1:0, 0:2) nach Penaltyschießen gewonnen und ist auf Platz vier in der Tabelle vorgerückt.
Wichtiger ist noch, dass der REV n
un den direkten Vergleich gegen Wolfsburg gewonnen hat.
Lange sahen die Bremerhavener wie ein sicherer Drei-Punkte-Sieger aus. Doch sie gaben einen 3:1-Vorsprung aus der Hand und gerieten dann im Penaltyschießen ins Hintertreffen. Aber Sebastian Furchner hielt sein Team eiskalt im Spiel und Jarkko Varvio sorgte schließlich mit seinem zweiten verwandelten Penalty, dem zwölften in dieser Entscheidungsschlacht, für den REV-Sieg.
Die Wolfsburger mussten ohne ihren gesperrten Ausnahmetorhüter Marek Mastic auflaufen, für ihn musste der fast 43-jährige Kevin McGibney das Gehäuse hüten. Star-Stürmer Arpad Györi gab nach langer Verletzungspause sein Comeback bei den "Grizzly Adams". Beim REV fehlten Jeremy Stasiuk und Jay Luknowsky.
Die Bremerhavener, bei denen Verteidiger Zdenek Travnicek nach wie vor keine Berücksichtigung fand, mussten sich zu Beginn des Spiels wütenden Angriffen der Gastgeber erwehren, meisterten die haarige Anfangsphase aber durch gute Abwehrleistungen clever.
Allmählich bekam der REV den Gegner in den Griff und der abgezockte ehemalige NHL-Profi Jarkko Varvio erklärte das Stadion des EHC Wolfsburg zu seiner privaten Showbühne. Beim 1:0 (8.) täuschte der Finne einen Pass an, setzte den Puck aber selbst in die Maschen, das 2:0 (11.) überließ er Ken Dzikowski. Dieses Mal hatte McGibney mit einem Schuss gerechnet, aber Varvio spielte die Scheibe ab.
Die Gastgeber waren geschockt, kamen aber kurz vor Drittelende aus heiterem Himmel zum Anschlusstreffer. Der REV hätte weit höher führen müssen.
Das Tor machten den "Wölfen" Beine, sie drängten im zweiten Drittel mächtig auf den Ausgleich. In der 32. Minute wurde es ganz brenzlig für den REV, als Steffen Michel auf die Strafbank musste, doch die Bremerhavener sind ja bekanntlich Meister darin, den Gegner bei eigener Unterzahl auszukontern. Gestern Abend gelang Sebastian Furchner dieses Kunststück. Er tanzte McGibney in der Manier eines Nationalstürmers aus und erhöhte auf 3:1 (33.).
Der EHC Wolfsburg war nun am Boden zerstört, die Angriffe dieser so offensivstarken Mannschaft hatten kaum noch Durchschlagskraft. Der REV konnte sich jetzt nur noch selbst schlagen.
Das Spiel wurde im Schlussdrittel dramatisch, weil die Bremerhavener ihre Konterchancen nicht nutzten und Wolfsburg die zweite Luft bekam. In der 50. Minute gelang den Gastgebern erneut der Anschlusstreffer. Das Tor setzte unerhörte Kräfte frei. Als der EHC Wolfsburg den Torhüter aus dem Gehäuse genommen hatte, wurde der Druck zu groß, erneut musste der REV kurz vor der Schluss-Sirene den Ausgleich hinnehmen.
Die Verlängerung blieb torlos, so dass die Penaltys die Entscheidung bringen mussten. Das wurde eine dramatische Angelegenheit. Varvio verwandelte, dann trafen zwei Wolfsburger. Ein klarer Treffer von Dzikowski wurde nicht gegeben und Furchner musste unbedingt den Puck versenken, sonst wäre dem REV nur ein Punkt geblieben. Der junge Stürmer behielt die Nerven und dann gelang in der Verlängerung des Penalty-Krimis nur noch Varvio ein Tor.
REV Bremerhaven: Tor: Suvelo, Baader (nicht eingesetzt); 1. Verteidigung: Hard, Jones; 2. Verteidigung: Michel, Becker; 3. Verteidigung: Witthohn, Holden; Ersatz: Ahrens, Travnicek, Freymark; 1. Sturm: Schnobrich, Varvio, Dzikowski; 2. Sturm: Kasperczyk, Polaczek, Pysz; 3. Sturm: Streu, Furchner, Varvio oder Dzikowski; 4. Sturm: Tuomie, Kraft, Schönfeld.
Tore: 0:1 (8.) Varvio, 0:2 (11.) Dzikowski/Varvio, 1:2 (19.) Rusznyak, 1:3 (33.) Furchner/Streu, 2:3 (50.) Srsen, 3:3 (60.) Ciganovic.
Strafminuten: Wolfsburg 10 ? REV 16.
Hauptschiedsrichter: Nowaczyk (Duisburg).
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