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Bietigheim Steelers 01.07.2021, 20:36

"Ich bin einer der Spieler, die in engen Situationen gefragt sind!"

Interview mit Norman Hauner, DEL2-Playoff MVP

Norman Hauner.
Norman Hauner.
Foto: City-Press.
Interview Norman Hauner wurde in der abgelaufenen DEL2-Saison als wertvollster Spieler in den Playoffs ausgezeichnet. Sechs Wochen nach dem letzten Finalspiel sprach Ivo Jaschick mit dem 29-jährigen Bietigheimer.

Herzlichen Glückwunsch Norman Hauner! Sie haben sich jetzt erst einmal von den Strapazen und Feierlichkeiten der abgelaufenen "coronabestimmten" Saison erholt? Ein Aktivitätsurlaub in Italien?

Erst einmal vielen Dank! Ja, es sollte ein solcher werden - aber das Wetter hat uns gezwungen weiterzufahren - an den Strand, bei toller Sonne! Ich hätte heulen können! (kann sich ein Lachen nicht verkneifen)

Lassen Sie mal die Spielzeit Revue passieren! Sie fing ja nicht so nach Ihrem Geschmack an?

Da haben Sie Recht! Die Saison davor war schon nicht so erfolgreich für uns gelaufen, wie wir es erhofft hatten. Wir waren also mehr als hoch motiviert und hatten schon im Mai mit dem Sommertraining angefangen. Wegen Corona mussten wir in viele Kleingruppen aufgeteilt das Krafttraining absolvieren. Nicht gerade förderlich war dabei, dass keiner etwas Genaues sagen konnte, wann, wie oder ob überhaupt unsere Spielzeit losgehen würde. Keiner konnte etwas Konkretes sagen! Diese Ungewissheit hat sich dann fast über ein halbes Jahr hinausgezögert, und dann erreichte uns die schockierende Nachricht - ich war gerade im Kraftraum - dass wir gar keine Lizenz bekommen würden. Zwei Wochen lang beherrschte uns dieses Thema, wir konnten gar nicht mehr richtig trainieren, wir fragten uns, wie unsere Zukunft aussieht, ob wir uns einen neuen Verein suchen müssten. Uns wurde freigestellt, sich nach einem anderen Club umzusehen. Aber da der Beginn der neuen Saison immer weiter nach hinten geschoben wurde, hat auch keiner irgendwie Panik bekommen und wir haben beschlossen abzuwarten, was passiert, da die Chance die Lizenz zu bekommen ja noch da war. Wir hatten alle glücklicherweise auf das richtige Pferd gesetzt - wie es so schön heißt! 

Die Spielzeit ohne die Unterstützung unserer großartigen Fans zu starten und leider auch bis zum für uns erfolgreichen Ende durchzuziehen, war nicht so prickelnd! Wir haben es aber dann über die ganze Saison verstanden eine gewisse und gute Konstanz mit unserem neuen Trainerteam hineinzubringen - und das hat sich am Ende auch ausgezahlt.

Ich könnte doch auch sagen, dass Sie dann in der Endrunde, als es um alles ging, noch mal so richtig aufgeblüht sind?

Ich möchte sagen, dass ich eigentlich von Anfang an schon ganz ordentlich gespielt habe - vor allem wenn man bedenkt, dass es im Jahr davor überhaupt nicht so richtig laufen wollte. Dafür, dass wir über ein halbes Jahr gar keine Spielpraxis mehr hatten, war es schon ein wenig schwierig wieder in den Spielfluss zu kommen und nicht zu vergessen unsere beiden durch Quarantäne hervorgerufenen Pausen! Die vor den Playoffs, als es auch mich erwischt hatte, war besonders störend. Da hat es sich ausausgezahlt, dass wir im Sommer uns Training so strickt durchgezogen haben!

Das hört sich ja alles ganz gut an - aber in der Endrunde haben Sie noch ein paar Register gezogen! Das fünfte, entscheidende Match in Kassel haben Sie praktisch im Alleingang entschieden - an allen Steelers-Toren beteiligt, ein Hattrick und zwei Vorlagen!

Ich war mir schon während der ganzen Playoffs eigentlich bewusst, dass ich einer der Spieler war, auf die es ankommen könnte, die dann gefragt sind in engen Situationen vorne ein paar "Buden" reinzuhauen. Gegen Frankfurt in der ersten Runde ging es schon los, wir lagen mit 2:0 hinten, als ich dann den Anschlusstreffer erzielt habe. Ich weiß auch nicht wie, aber dieses Tor war so eine Art Initialzündung bei mir, aber auch bei uns. Nun wussten wir, dass wir ein Spiel zu unseren Gunsten drehen können und mein Selbstvertrauen ist mit jedem Erfolg einfach gewachsen - an meinem Erfolg kann man sehen, was wachsendes Selbstvertrauen bewirken kann. Wir hatten ja auch nichts mehr zu verlieren, zumal wir unseren dritten Torwart im Tor hatten. Ich glaube, dass wir darum auch noch besser drauf geachtet haben, dass wir hinter sicher stehen und vorne mussten wir im Gegenzug dann die Dinger reinhauen - ich bin sehr froh, dass es mir gelungen ist!

Leon Doubrawa, hinter Cody Brenner und Jimmy Hertl, der dritte Mann im Tor stellte sich dann als absoluter Glücksgriff raus! Wie kam es?

Wir hatten schon von Anfang an mit Verletzungen zu kämpfen, vor allem auf der Torhüterposition. Er musste auch schon in der Doppelrunde einige Male ran und hat immer seine Leistung gebracht. Wir wussten also, dass wir uns auf ihn verlassen konnten. Aber die Playoffs sind schon etwas ganz anderes und da konnten wir ja nicht ahnen, was für ein >cooler Typ< das ist - er hat gehalten ?. einfach unglaublich! Wenn es nicht so gut ausgegangen wäre, hätte sich keiner beschweren können, keiner hätte ihm einen Vorwurf machen können. Es war der helle Wahnsinn! Als er gegen Frankfurt reinkam, hatten wir schon im Hinterkopf, dass jetzt die Nr.3 im Tor steht. Aber diese Gedanken hat er mit seiner Leistung schnell vertrieben. 

In den ersten beiden Runden wurde zuerst Frankfurt und dann Freiburg nach einer 2:0 Serienführung letztendlich mit 3:2 geschlagen - im Finale war es ein neues Gefühl, Ihr lagt mit 0:2 hinten, habt aber auch da das fünfte Match gewonnen!

In den ersten beiden Runden war es nicht so, dass wir gesagt haben: Och, wir führen 2:0, der Rest ist ein Selbstläufer! Das sind schon alles gute Mannschaften und die knappen Ergebnisse spiegeln ja auch wider, wie hart umkämpft die Spiele waren. Gegen Kassel war es so ähnlich, wir wussten auch, dass es sehr schwer wird und dass wir nach einem 0:2 Serienrückstand nicht aufgeben müssen. Wir hatten auch gesehen, dass wir nicht weit weg waren, dass die Spiele mit ein wenig mehr Glück anders hätten ausgehen können. In den Spielen drei und vier haben wir die Siegtreffer kurz vor dem Ende geschossen - ich glaube einmal 30 und dann 1,5 Sekunden vor Schluss, das geht auch nicht spurlos an einem vorbei. Dadurch haben die Huskies auch so einen Knacks bekommen. So haben wir vor dem entscheidenden fünften Finalspiel, obwohl es auswärts war, uns doch sehr gute Chancen ausgemalt! Vor den letzten 20 Minuten lagen wir mit 2:1 hinten ?.? 

und dann kamen Sie und haben den Cup quasi im Alleingang gewonnen! 

Danke, aber es zog sich wirklich wie so ein roter Faden durch die meisten Spiele - im ersten Drittel haben wir immer ganz gut gespielt, haben uns aber nicht so richtig belohnt. Im Mittelabschnitthaben wir es eher schleifen lassen, wussten aber, dass wenn wir es da überleben, haben wir im letzten Drittel eine gute Chance, das Spiel zu drehen und zu gewinnen. Es stimmte zu 90 % und das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Kann man Corona einen Einfluss auf euren Erfolg zuschreiben?

Das ist schwer zu sagen, wie es mit Zuschauern gelaufen wäre. Unsere Mannschaft hat sich während der Saison zu einer eingeschworenen Einheit entwickelt. Ohne die Fans, die doch noch einige Zusatzprozente unserer Leistung herauskitzeln, ist es dann auch wichtig, wenn die Mitspieler auf der Bank Leben erzeugen, einen anfeuern, unterstützen. Das hat schon geholfen. Aber wer weiß, wie es mit 6000 gegnerischen Zuschauern im Hexenkessel von Kassel gelaufen wäre, vielleicht hätte der erst 19-jährige Leon (Doubrawa, Torhüter) dann doch Nerven gezeigt, oder er hätte noch besser gehalten - was eigentlich gar nicht mehr geht! Keiner kann es sagen! Bei einer durch die Fans angeheizten Atmosphäre lässt man sich ja auch schon mal zu Aktionen und Pfiffen (Schiris) hinreißen - das ist auch weggefallen und es kam auch zu Kommunikationen mit den Schiedsrichtern. Aber auch ein Großteil des Heimvorteils ist weggefallen - zwar gab es noch das Vertraute des eigenen Stadions, aber wir hatten nicht mehr die lautstarken Fans im Rücken, die uns immer gepusht haben, praktisch der sechste Mann. Ich habe schon lieber hier in der heimischen Arena gespielt, als in Kassel, Frankfurt, ?

Bis zur nächsten Saison in den DEL-Arenen! Danke!
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Gast
18.07.2024 03:45 Uhr


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Kommentare (1)
02.07.2021, 14:34 Uhr
Peppi
Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall !
Bewerten:7 




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