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Herner EV 31.12.2020, 19:01

"Wir brauchen die Fans!"

Interview mit Hernes Denis Fominych

Denis Fominych.
Denis Fominych.
Foto: Sebastian Sendlak.
Interview Denis Fominych wurde in Kasachstan geboren und war direkt vom Eishockeysport begeistert. Nachdem er mit seinen Eltern nach Deutschland übergesiedelt war, begann er mit seiner Karriere. Seit drei Jahren spielt er erfolgreich für Herne. Nnach dem letzten Match 2020 sprach er mit Ivo Jaschick:

Herzlichen Glückwunsch zum vielleicht etwas glücklichen, aber letztendlich verdienten 7:4-Sieg über die "Drachen" aus Herford! Wie haben Sie es gesehen?

Danke! Im ersten Drittel sind wir nicht wirklich gut aus den Startlöchern gekommen und waren in den ersten 12-13 Minuten nicht bereit bzw. nicht da! So kamen wir auch in Rückstand (0:1 - 4:54), haben uns aber dann wieder zurückgekämpft und konnten 2:1 nach 20 Minuten in die Pause gehen. Im zweiten Drittel klappte zuerst überhaupt nichts, haben drei schnelle Gegentore kassiert, hatten überhaupt keine Zuordnung und haben uns auch nicht an den Gameplan gehalten! Zum Glück ist uns noch in der letzten (40.) Minute der Anschlusstreffer zum 3:4 gelungen! Das war wohl der Wendepunkt, denn in der Kabine war dann der Wille der Jungs zu spüren, dass wir das Spiel noch umbiegen und das letzte Match 2020 noch siegreich gestalten wollen! So haben wir im letzten Spielabschnitt gerackert, uns an die Taktik gehalten und keine einzige Scheibe verloren gegeben und die Chancen genutzt. Im Großen und Ganzen haben wir den Sieg m.E. auch verdient!

Und Sie haben dazu mit Ihren drei Punkten entscheidend beigetragen! Einen Assist zum zwischenzeitlichen 1:1 Ausgleich und zwei unwahrscheinlich wichtige Tore - der Anschlusstreffer zum 3:4 zu einem psychologisch sehr wichtigen Zeitpunkt (40.) und das Tor zum 4:4 Gleichstand (46:11)! Sind Sie eher ein Goalgetter oder ein Vorbereiter?

Ich würde sagen, dass ich nichts von alledem bin! Ich bin einfach einer, der versucht hart zu spielen, Checks zu fahren und sich in den Dienst der Mannschaft stellt. Natürlich freue ich mich, wenn ich Tore schieße oder gute Vorlagen gebe - aber es ist mir wirklich egal, wie ich meinen Mannschaftskameraden helfe! Ob mit Skorerpunkten, geblockten Schüssen oder Checks, vollkommen egal! Auch heute kann man nicht sagen, dass ich das Spiel gedreht habe, es war eine super Mannschaftsleistung! Das Team war im letzten Drittel einfach da und ich hatte halt das Glück, dass mein Schläger den Puck ins Tor abgefälscht hat. Heute war ich es, sonst ist es ein anderer - Eishockey ist ein Mannschaftssport, wir freuen oder trauern alle gemeinsam!

Geboren in Kazachstan, in Ihren Statistiken werden Sie als "Deutscher" geführt und erscheinen erstmals 2008 in der Jugend Mannschaft des Dortmunder EHC U18 - wie fing alles an?

Mit sechs Jahren kam ich als Spätaussiedler mit meinen Eltern und zwei Koffern nach Deutschland. Es war nicht einfach, aber dann haben wir uns das Leben hier aufgebaut. Ja, und ich kam dann irgendwann zum Eishockey, weil mein Vater früher auch gespielt hat. Das einzige was ich in Kazachstan mit dem schönen Sport zu tun hatte, war, dass wir im Winter auf dem zugefrorenen See bei uns auf dem Eis unterwegs waren! Das waren noch ganz andere Zeiten, die waren da echt kreativ, haben das Eis mit warmem Wasser gereinigt, haben Banden aufgebaut und dann ging es ausgerüstet mit Schlittschuhen, Schlägern und einem Puck rund! Weil mein Vater mit seinen Freunden da gespielt hat, war ich auf den Geschmack gekommen und wollte es auch. 

Wer war in Ihrer Kindheit Ihr Vorbild, Ihr Idol?

In meiner Kindheit war Alexander Ovechkin gerade in die NHL zu den Washington Capitals gekommen - zu dem habe ich aufgeschaut! Der konnte und kann einfach alles: schießen, passen, checken, hart spielen, einfach überragend! Er hat erreicht, was er wollte: den Stanley Cup gewinnen! Das freut mich gewaltig! Es gibt aber viele Spieler, die gut sind und herausragende Qualitäten besitzen: beispielsweise Pavel Datsyuk, der Teamspieler mit den guten Händen. Da gibt es so viele - aber "Ovie", die Tormaschine, ist bei mir ganz oben!

Nach Ihren "Lehrjahren" in der DNL  begannen Sie Ihre Profikarriere 2012 in der Oberliga bei den Füchsen Duisburg. Sie wechselten mehrfach die Vereine und sind jetzt im dritten Jahr in Herne. Wirft man einen Blick auf Ihre Statistiken, fragt man sich, warum Sie nicht höher spielen?

Sagen wir es mal so und ich denke, das ist auch realistisch: Als ich bei den Icefighters in Leipzig gespielt habe, kamen einige Angebote aus der zweiten Liga - aber ich wollte einfach nicht wechseln, da ich meiner Meinung nach dort nur ein Mitläufer gewesen wäre und ich hätte zudem auch noch weniger Geld verdient. Für mich hat es einfach keinen Sinn gemacht und wenn ich zurückblicke, habe ich alles richtig gemacht, so, wie es sein soll! Ich bin in der Oberliga, jetzt hier in Herne glücklich, spiele in einer tollen Mannschaft - ich glaube, dass ich für andere Ligen zu schlecht bin!

Jetzt geht 2020 zu Ende - wie empfinden Sie dieses "Corona-Jahr"?

Ohne Zuschauer geht sehr viel verloren! Hier in Herne werden wir vor allem durch unser fantastisches Publikum unterstützt und angetrieben. Es ist einfach unglaublich. Sind 1.500 Fans hier, fühlt sich das an, als wären 10.000 in einem Fußballstadion. Ist es ausverkauft, kann man es ruhig mit der Stimmung bei Borussia Dortmund vergleichen. Die Zuschauer fehlen uns enorm, aber nicht nur uns - überall. Es ist blöd, aber da gibt es nichts zu machen, wir müssen halt die Regeln beachten und einhalten. Es kommen aber wieder bessere Zeiten! Die Menschheit hat schon so viele Dinge überstanden - wir schaffen auch Corona!

Ihre Wünsche für 2021?

Persönlich wünsche ich meiner Frau, unserem ungeborenen Baby und mir natürlich Gesundheit, dass alles klappt! Für das Sportliche wünsche ich dem Verein, allen Mitarbeiter und meinen Mannschaftskameraden nur das Beste. Dass wir alle, inklusive Fans, später auf Corona zurückschauen und sagen können: Wir haben es geschafft! Wir brauchen die Fans!

Vielen Dank und "Guten Rutsch!"
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Gast
17.06.2021 04:24 Uhr


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