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WM 2010

Jetzt beginnt die "Spaß-WM"

EISHOCKEY.INFO WM-Kolumne (4)

Der Druck ist weg, ein Abstieg aus der A-Gruppe ist seit dem 3:1-Erfolg gegen Dänemark für Deutschland nicht mehr zu befürchten. Die Zwischenrunde war das Basisziel des Deutschen Eishockey Bundes (DEB) für die Heim-Weltmeisterschaft und das ist nun vollbracht. Jetzt darf auch bei den Spielern der Spaß in den Vordergrund rücken.

Denn ab jetzt sind alle Erfolge für Deutschland eine willkommene Zugabe, werden aber nicht mehr erwartet oder gar gefordert. Sowohl die geneigte Öffentlichkeit, als auch Sponsoren und Verbandsfunktionäre wissen um den Klassenunterschied, der zwischen der DEB-Auswahl und der Weltspitze besteht. Aber vielleicht liegt in der Annahme, dass jetzt nicht mehr viel möglich ist, auch die große Chance für Bundestrainer Uwe Krupp und sein Team. Mit Christian Ehrhoff (Vancouver Canucks) wird das Team zur Zwischenrunde noch einmal verstärkt und vielleicht hilft es auch, dass man nun nicht mehr verkrampft und nervös agieren, sondern frei aufspielen kann. Gegen Dänemark hatte man dem deutschen Team gerade in den ersten Minuten noch angemerkt, wie groß der Druck war, der auf den Schultern lastete. Übermotiviert mit hartem Einsatz verbrachten die Deutschen zunächst viel Zeit auf der Strafbank und ermöglichte dem Gegner einen Kickstart. Menschlich ist das nur verständlich, denn einen Gang in die Abstiegsrunde wollte und musste man sich ersparen. Und natürlich hatten die Spieler auch die irritierend guten Auftritte der Dänen in den beiden anderen Vorrundenpartien im Hinterkopf und hatten sicherlich viel Respekt vor den "Danish Cookies" - die dann aber doch recht gut geschmeckt haben und dem Team gut bekommen sind.

Nun richtet sich der Blick nach vorn, man freut sich auf die Duelle in der Zwischenrunde. Die Chancen, das Viertelfinale noch zu erreichen, sind angesichts der Tatsache, dass mindestens zwei Gegner in den drei Spielen Favoriten sind, nicht eben groß. Aber einen Favoriten hat Deutschland im Turnier auch schon geschlagen. Wer weiß, was also noch passiert. In der Defensive ist das Team mit Christian Ehrhoff auf jeden Fall noch einmal enorm verstärkt worden. Überhaupt ist die Defensive beim WM-Turnier das Prunkstück der Mannschaft. Mit einem starken Torhütergespann, sicher und kompromisslos agierenden Verteidigern und einer absolut konkurrenzfähigen Schussstärke an der blauen Linie muss sich in diesem Bereich niemand verstecken. Was bisher fehlt, ist der "WM-Knipser", der vorn für herausgespielte Tore sorgt. Deutschland kämpft den Puck bisher eher ins Tor, als das es die Scheibe dorthin spielt - aber warum nicht, wie der Puck über die Linie kommt, ist schließlich zweitrangig.
Stand: 13.05.2010, 10:55 Uhr
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