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DEL 04.12.2003, 14:56

"Halbzeit" in der Deutschen Eishockey Liga

Rheinisches Derby in Düsseldorf

In der Frankfurter Eissporthalle am Ratsweg herrscht nach der Hälfte der Hauptrunde in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) eine gelassene Atmosphäre. Zwar ging das "Gipfeltreffen" am vergangenen Samstag gegen Tabellenführer Eisbären Berlin mit 2:3 verloren, aber die geschlossene Mannschaftsleistung und der unbedingte Siegeswille seiner Mannschaft ließ Lions Coach Rich Chernomaz nach dem Spiel trotz der Niederlage ein positives Fazit ziehen: "Meine Mannschaft hat nie aufgegeben und bis zum Schluss gekämpft." Mit 50 Zählern liegen die Frankfurt Lions zwar momentan sicher auf dem zweiten Tabellenplatz, weisen aber zwei Spiele mehr auf als die Verfolger aus Nürnberg und Augsburg. Der komfortable Vorsprung von sieben Punkten garantiert den Lions zwar auch nach diesem Wochenende Rang zwei, aber sich darauf auszuruhen wäre gefährlich. Der Abstand zu Platz acht beträgt lediglich zehn Punkte.

An diesem Wochenende stehen die Lions zunächst vor einer vermeintlich leichteren Aufgabe, bevor sie am kommenden Dienstag zu den Hamburg Freezers reisen müssen. Am heutigen Donnerstag empfängt Frankfurt in der Auftaktpartie des 25. Spieltages den Tabellenvorletzten Hannover Scorpions. Nach zuletzt neun Niederlagen in Folge suchen die Scorpions dringend ein Erfolgserlebnis, nicht zuletzt um den Abstand zu einem Nicht-Play-Down Platz noch größer werden zu lassen. Von den zwölftplazierten Iserlohn Roosters trennen die Wedemarker mit aktuell 20 Zählern bereits acht Punkte. Premiere überträgt die Partie ab 19:20 Uhr live und exklusiv. Bullyzeit des TV-Spiels ist 19:30 Uhr.

Zum Top-Spiel des 25. Spieltages empfangen die Augsburger Panther am morgigen Freitag die DEG Metro Stars. Mit 40 Zählern belegt Düsseldorf zurzeit Platz sieben, Augsburg ist mit nur drei Punkten mehr auf dem Konto Tabellenvierter. Die Spitzenplatzierung der Augsburger ist nicht zuletzt das Resultat einer fast unheimlichen Heimspielbilanz. Als einziges Team sind die Panther zu Hause nach 60 Minuten noch ungeschlagen. Bis auf Verteidiger Shawn Anderson hat Trainer Laporte alle Spieler zur Verfügung. Bei den Metro Stars ist der Einsatz von Christian Brittig und Fabian Brännström noch ungewiss, allerdings wird Neuzugang Thuresson sein Debüt im DEGTrikot geben.

Richtig "heiß" wird es dann für die Metro Stars am Sonntag, wenn im seit Wochen ausverkauften Eisstadion an der Brehmstraße die Kölner Haie zum Rheinischen Derby antreten. Das erste Duell in dieser Spielzeit konnten die Haie vor 18.500 Besucher in der Kölnarena am zweiten Spieltag mit 6:4 für sich entscheiden. Bullyzeit des TV-Spiels der 26. Runde ist 14:30 Uhr.

Die Hamburg Freezers beenden morgen in Kassel ihren vier Spiele dauernden "Road Trip". Drei Niederlagen in der Fremde ist die Bilanz dieser Auswärtstour, nun soll es gegen die Huskies ein versöhnliches Ende geben, bevor am Dienstag die Frankfurt Lions in der heimischen Color-Line-Arena zu Gast sind. Auch das Abrutschen auf den sechsten Tabellenplatz nach der 1:4-Niederlage gegen Köln am letzten Dienstag sorgt an der Elbe für wenig Hochstimmung. Kassel hingegen hat beim 3:1-Sieg gegen Meister Krefeld wieder zu einer guten Mannschaftsleistung zurückgefunden und sucht nun wieder den Kontakt zu den Playoff Rängen. Besonders 2 die wiedererlangte Treffsicherheit von Nationalspieler Alexander Serikow, der gegen Frankfurt zwei und gegen Krefeld einen Treffer erzielte, lässt die Nordhessen optimistisch in die Partie gegen Hamburg gehen. Die erste Begegnung in dieser Saison konnten die Freezers mit 4:0 für sich entscheiden.

Von der Eisgala bis zur bitteren Niederlage. Für den aktuellen Tabellendritten Nürnberg Ice Tigers hatte das letzte Wochenende alles zu bieten. Dem souveränen 8:2-Heimsieg über Hannover folgte zwei Tage später das klare 3:7 im Derby bei den Augsburger Panthern. An den kommenden zwei Spieltagen wollen die Noris Cracks konzentrierter an ihre Aufgaben gehen. Zwar ist man am Freitag bei den Wölfen Freiburg, dem aktuellen Tabellenschlusslicht, zu Gast, jedoch warnt Trainer Greg Poss ausdrücklich vor jeder Art von Überheblichkeit: "Wir dürfen nicht überheblich in ein Spiel gehen. Wenn die Leistung nicht passt, werden wir in Freiburg nicht punkten. Wollen wir unseren Ansprüchen gerecht werden, dann ist ein Sieg in Freiburg Pflicht. Für uns ist das ein unheimlich wichtiges und interessantes Spiel." Am Sonntag steigt dann in der Arena Nürnberg das Derby zwischen den Ice Tigers und dem ERC Ingolstadt. Mit 34 Zählern trennen Ingolstadt nur sechs Zähler von einem Playoff Platz, entsprechend motiviert wird die Mannschaft um Top-Stürmer Camaron Mann in dieses Spiel gehen. Dies hat auch Nürnbergs Manager Sykora erkannt: "Ingolstadt ist stark, personell top besetzt und befindet sich klar im Aufwind." Für Sykora war es nur eine "Frage der Zeit, bis sich die Panther-Mannschaft gefangen hat und Richtung Playoff-Ränge kommt."

Für Ingolstadt ist Nürnberg allerdings nicht die einzige schwere Aufgabe an diesem Wochenende, denn schon am Freitag ist der aktuelle Spitzenreiter aus Berlin zu Gast in der Saturn-Arena. Die Eisbären verteidigen seit Saisonbeginn erfolgreich die Tabellenführung und weisen als einziges Team eine durchschnittliche Punktzahl pro Spiel von über zwei Zählern auf. Genau 2,12 Punkte erzielt die Mannschaft von Trainer Pierre Pagé im Schnitt pro Begegnung. Gegen die zweitbeste Defensivabteilung der DEL zu bestehen, wird für den ERC Ingolstadt keine leichte Aufgabe werden. Zudem wird Nationalspieler Sven Felski nach siebenmonatiger Verletzungspause wieder für die Eisbären auflaufen. Der 29-Jährige wird zusammen mit Kelly Fairchild und Mark Beaufait eine Sturmreihe bilden. "Mit ihm sind wir noch schneller", sagt Trainer Pierre Pagé, der Felski vorerst als Torpedo einsetzen wird und nicht wie in der vergangenen Saison als defensiven Linksaußen. Für den Meister Krefeld Pinguine gilt es am Freitag beim Heimspiel gegen die Iserlohn Roosters unbedingt zu punkten. Drei Zähler würden die Pinguine wieder näher an ihr Saisonziel "Playoff Teilnahme" bringen und zugleich den Abstand zu den Abstiegsrängen vergrößern. Gleiches gilt aber auch für die Roosters. Der Abstand zu einem Play-Down Platz beträgt für die Sauerländer nur acht Punkte. Am Sonntag ist der amtierende DELChampion dann beim Rekordmeister der DEL, den Adler Mannheim, zu Gast. Nach vier Siegen aus den letzten fünf Spielen befindet sich Mannheim ebenso im Aufwärtstrend wie Krefeld mit fünf Siegen aus den letzten sechs Begegnungen. Am Dienstag geht es für die Adler dann zum Auswärtsspiel zu den Kölner Haien.
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