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Kölner Haie

"Trainerstab zeigen, dass sie mich ohne Bedenken einsetzen können"

Interview mit Kölns Torwart Hannibal Weitzmann

Hannibal Weitzmann.
Hannibal Weitzmann.
Foto: City-Press.
Hannibal Weitzmann spielte hinter Gustav Wesslau die zweite Geige, bis sich der Stammkeeper verletzte und der 24Jährige sein ganzes Können zeigen konnte. Mit überragenden Reflexen und "akrobatischen" Paraden brachte er die Gegner zur Verzweiflung. Nach dem 2:1-Sieg gegen Krefeld sprach er mit Ivo Jaschick:

Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem 2:1 Sieg gegen die Krefeld Pinguine! Zum Schluss wurde es noch einmal sehr eng - wie haben Sie das Spiel gesehen?

Meiner Meinung nach waren wir in den ersten beiden Spielabschnitten sehr gut  dabei die Scheibe im Drittel der Pinguine zu halten, die Jungs vor mir haben wieder einmal sehr gut verteidigt und kaum eine Chance der Krefelder zugelassen - ich glaube, ich musste nur einmal richtig eingreifen! Dann haben wir glücklicherweise auf 2:0 erhöhen können und konnten uns so erlauben im letzten Drittel einen Treffer hinzunehmen. Auch wenn das Ergebnis recht knapp ist, haben wir das Spiel doch recht souverän runtergespielt! 

In den ersten beiden Dritteln war das Schussverhältnis recht klar zu Ihren Gunsten, Sie waren kaum beschäftigt, besteht da nicht leicht die Gefahr, dass man bei einem Gegentreffer unglücklich aussieht?

Es ist schon einfacher, wenn man am Anfang ein paar Schüsse draufbekommt, um so richtig in das Spiel reinzukommen. Klar sollten es nicht direkt zu Beginn hochkarätige Chancen und "Granaten" sein, aber so einige Aktionen zum Warmwerden könnten es schon sein! Aber es war auch nicht das erste Mal in dieser Saison, so dass ich mich da schon etwas drauf einstellen konnte. Ich muss halt konzentriert bleiben und auf dem Posten sein, wenn einer durchkommt! 

In den letzten 20 Minuten, als die Schlussoffensive der Krefelder kam, waren Sie der "Fels in der Brandung"!

Ja, mag sein - aber nicht alleine, zusammen mit den Verteidigern. Die Jungs haben unwahrscheinlich viele Schüsse geblockt und mir dadurch sehr geholfen, denn ich habe einige der Schüsse gar nicht sehen können und war dann heilfroh, dass noch jemand von uns dazwischen war und die Dinger irgendwo anders gelandet sind. Etwas konnte ich dann auch noch halten, aber das ist ja auch mein Job! Alleine geht nichts und ich bin froh und dankbar, dass die Jungs mir immer so helfen!

Sie haben jetzt 10 Spiele hintereinander gemacht, waren die unumstrittene Nummer 1 - wie haben Sie diese Zeit erlebt?

Am Anfang war es sehr schön, als ich wusste, dass ich spiele und dadurch war auch so der große Druck weg. Es hört sich immer so ein wenig platt an, wenn ich jetzt sage, dass mir die Mannschaft unheimlich geholfen hat, so dass ich auch durch die Siege Selbstvertrauen aufbauen konnte. Ich denke schon, dass ich jetzt den nächsten Schritt getan habe und möchte jetzt daran anknüpfen! Es ist aber auch so, dass in einem Team dann eine andere Dynamik reinkommen kann, wenn ein junger, noch unerfahrener Torhüter reinkommt. Dann agieren die Mitspieler konzentrierter - bei Gustav, der über Jahr hinweg mit seinen überragenden Leistungen gezeigt hat, was er kann, verlassen sich die anderen dann schon mal auf sein Können. Bei mir hingegen wissen sie nicht so recht und fighten mehr!

Die etatmäßige Nummer 1, Gustav Wesslau, ist wieder zurück auf dem Eis, zwischen den Pfosten, Sie haben aber trotzdem noch das Vertrauen der Trainer bekommen - das müsste Ihnen doch eine Bestätigung geben! Mit einigen "Monster-Saves" in den bisherigen 10 Partien haben Sie sich dieses Vertrauen erarbeitet und verdient!

Das war natürlich auch mein Ziel, als Gustav sich verletzt hat. Ich wollte dem Trainerstab zeigen, dass sie mich ohne jede Bedenken auch einsetzen können - auch wenn Gustav wieder fit ist. Ich glaube, dass mir, mit der Hilfe des Teams, das auch ganz gut gelungen ist und ich den Trainern bewiesen habe, dass sie auf dieser Position sehr gut besetzt sind und mit mir immer eine gute Option auf der Bank sitzt!

Es kann nur einer im Tor stehen - werden Sie jetzt um diese Position kämpfen?

Den Kampf habe ich im letzten Jahr auch schon aufgenommen - ich gehe dies so Schritt für Schritt an. Ich kann im Training zeigen, dass ich Gas gebe und bereit bin! Ja, und wenn ich dann die Chance bekomme, will ich zeigen, dass ich da bin und der Mannschaft helfen kann. Alles andere kann ich so wie so nicht beeinflussen, es kommt dann auch auf das Bauchgefühl der Trainer an, wer gegen welchen Gegner das Vertrauen erhält. Natürlich werde ich darum kämpfen, so viele Spiele wie eben möglich zu bestreiten. Aber ich weiß auch um die Klasse eines Gustav Wesslau und dass er auch wieder im Tor stehen wird - aber es ist immer gut über ein eingespieltes Torhütergespann zu verfügen!

Weiterhin viel Erfolg!
Stand: 25.11.2019, 09:02 Uhr
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